Blick über die Grenze: So geht es Österreichs NCAA-Exporten auf der größten College-Bühne | Teil Zwei Imran Suljanovic Team: St. John’s Red Storm Record: 17–5 Stats: – Den Anfang macht Imran Suljanovic – Österreichs vielleicht spannendstes Langzeitprojekt im US-College-Basketball. Der 19-jährige Flügelspieler entschied sich im vergangenen Jahr für die renommierte St. John’s University in New York und damit bewusst für ein Umfeld, das ihm nicht nur eine große Bühne, sondern auch Top-Entwicklungschancen bietet. Unter Head Coach Rick Pitino, einem der erfolgreichsten Trainer der NCAA-Geschichte, sollte Suljanovic den nächsten Schritt setzen. Der Hall-of-Famer war sogar persönlich nach Italien gereist, um den 2,03 Meter großen Wiener zu überzeugen, der zuvor im Nachwuchs von Reggio Emilia als Leistungsträger agierte. Suljanovic brachte bereits zum Zeitpunkt seines Wechsels umfangreiche internationale Erfahrung mit, debütierte im Männer-Nationalteam und war beim U18-Europameisterschaftsturnier einer der auffälligsten Scorer. Sportlich wird sein Einstieg jedoch ausgebremst: Suljanovic zog sich im Training eine Patellaluxation zu und muss seine gesamte Freshman-Saison aussetzen. Die Verletzung erfordert eine Operation und mehrere Monate Reha. An seinem Standing im Programm ändert das jedoch wenig. Suljanovic gilt weiterhin als eines der größten heimischen Talente der jüngeren Vergangenheit und dürfte im Winning Environment von St. John’s derzeit alles aufsaugen, was für sein Comeback wichtig ist. Spence Wewe Team: Quinnipiac Bobcats Record: 16–9 Stats: 2,8 PTS | 4,4 REB | 0,8 BLK | 54,1 FG% Der in Großbritannien geborene, aber für Österreich spielberechtigte Spence Wewe ist hierzulande vor allem aus Nachwuchsnationalteams bekannt – seine College-Karriere verdient jedoch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Der Sevenfooter absolviert bereits seine zweite Saison bei den Quinnipiac Bobcats und ist mittlerweile ein fixer Bestandteil der Rotation. Nach einer eher unauffälligen Debütsaison hat Wewe in Jahr zwei klar zugelegt. Rund 20 Minuten Einsatzzeit sind für den 22-jährigen Big Man inzwischen keine Ausnahme mehr. Anfang Jänner sorgte er mit einer 10-Punkte-, 9-Rebounds- und 3-Blocks-Leistung für Aufsehen – ein Spiel, das sinnbildlich für seinen wachsenden Impact steht. Sebastian Muchitsch Team: Barton Cougars Liga: NJCAA Record: 15–8 Stats: 12,0 PTS | 7,9 REB | 35,3 3PT% Auch Sebastian Muchitsch läuft für ein Team mit Wildkatzen-Bezug auf – allerdings am Junior College. Der 1,97 Meter große Forward spielt seine zweite Saison bei den Barton Cougars und hat sich dort längst als Starter und Fixpunkt etabliert. Mit zwölf Punkten, fast acht Rebounds und solidem Shooting liefert Muchitsch konstant ab. In einschlägigen US-Foren wird bereits darüber diskutiert, ob Muchitsch nicht auch das Niveau für Division-I-Basketball mitbringt. Die Zahlen sprechen dafür. Joshua Schönbäck Team: McKendree Bearcats Liga: NCAA Division II Record: 17–4 Stats: 5,1 PTS | 2,2 REB | 38,1 3PT% Auch Joshua Schönbäck kann in Illinois aufzeigen. Der knapp zwei Meter große Forward bekommt zunehmend Vertrauen und dankt es mit effizienten Leistungen. Allein im Jänner legte er zweimal 11 und einmal 14 Punkte auf – ein klarer Trend nach oben. Vor allem von jenseits der Dreierlinie ist Schönbäck zuletzt brandgefährlich: Seit dem 4. Jänner traf er acht seiner elf Distanzwürfe. Mit seiner Shooting-Qualität darf er sich wohl auch weiterhin eine wachsende Rolle erwarten.