Olympia-Traum: 3x3-Team mit bewährtem Kader und neuem Head Coach in Richtung LA 2028 „Los Angeles ist noch etwas mehr als zwei Jahre entfernt, aber wir merken jetzt schon, wie der Druck größer wird. Jedes Turnier hat fortan viel mehr Bedeutung“, erklärt Nico Kaltenbrunner. Für die besten 3x3-Nationen der Welt beginnt mit der Saison 2026 das große „Punktesammeln“ für den komplizierten Olympia-Qualifikationsmodus. Bei vier Turnieren Anfang 2028 wird dann ein Großteil der zwölf Tickets für Los Angeles vergeben. „Eine erstmalige Olympia-Teilnahme wäre historisch – für uns als Team, aber vor allem für den österreichischen Sport. Wir wollen den Generationen nach uns und auch den Skeptikern zeigen, dass man als österreichischer Basketballer etwas erreichen kann“, unterstreicht Kaltenbrunner. 2024 fehlte dem ÖBV-Nationalteam in einer hochdramatischen Qualifikation lediglich ein Sieg, um in Paris aufzulaufen. Um in Richtung LA die besten Chancen zu haben, müssen sich die Österreicher weiterhin in der Weltspitze etablieren. Dazu braucht vor allem das Team Vienna – auch die World-Tour-Punkte fließen mit ein – wieder bessere Resultate als während des verletzungsgeplagten und auch performancetechnisch durchwachsenen Jahres 2025. „Wir hatten Höhen und Tiefen, das gehört zum Sport dazu. Wir haben alles aufgearbeitet, unsere Lehren gezogen und brennen auf die neue Saison.“ Erfolgreiches Septett bleibt zusammen – Comebacks von Blazan und Linortner Einen Startvorteil haben die heimischen 3x3-Asse: Der Österreichische Basketballverband verlängerte die Verträge mit allen Akteuren und hielt das Team, das sich 2024 bis auf Rang zwei der Weltrangliste vorspielte, zusammen. „Das ist ein Vorteil. Wir sind spielerisch und emotional ein eingeschworener Haufen. Unsere Chemie ist unsere größte Stärke“, so Kaltenbrunner vor dem Wiedersehen mit seinem Bruder Steven, seit einem halben Jahr Teil des Teams, sowie den Veteranen Fabio Söhnel, Enis Murati, Quincy Diggs und den zuletzt verletzten Toni Blazan und Matthias Linortner. Während die Rückkehr Linortners nach dessen Kreuzbandriss erst für die Sommermonate geplant ist, steht Blazan nach seiner Knieoperation vom ersten Training an wieder auf dem Feld. Zumindest ein Neuling wird aber auf dem Feld stehen, wenn ab Montag im Olympiazentrum St. Pölten die Saisonvorbereitung so richtig losgeht. Nebosja Boskovic neuer Head Coach Mit Nebosja Boskovic wurde ein neuer Head Coach verpflichtet. Der 42-jährige Serbe gilt als echte „3x3-Legende“, der der Halbfeld-Variante seit ihren Anfängen eng verbunden ist. Als Spieler bestritt er über 600 offizielle Spiele, als Trainer coachte er unter anderem das serbische 3x3-Damen-Nationalteam und die chinesische 3x3-Herren-Auswahl. Seit 2022 entwickelte er die 3x3-Sparte des Euroleague-Vereins Partizan Belgrad und führte das Team binnen kürzester Zeit an die Weltspitze. „Wir freuen uns, mit Nebosja einen Trainer gefunden zu haben, der 3x3 von der ersten Stunde an mitgeprägt hat. Er hat sowohl als Spieler als auch als Trainer viel Erfahrung gesammelt und wird das Team weiter voranbringen“, sagt Basketball Austria-Generalsekretär Aldin Saracevic. „Das österreichische Team hat in der Vergangenheit gezeigt, welche hohe Qualität es hat. Es ist nicht selbstverständlich, über mehrere Jahre an der Spitze der 3x3-Welt mitzumischen. Ich freue mich, Teil des Programms zu sein und mitzuhelfen, das große Ziel zu erreichen“, so der Neo-Trainer und Nachfolger von Predrag Miletic. Hinsichtlich seiner Herangehensweise erklärt Boskovic: „Wir dürfen nicht zu weit voraus denken, sondern müssen einen Schritt nach dem anderen machen. Dabei geht es um Details, aber klar ist, dass es ohne Leidenschaft, Hingabe und harter Arbeit keine Resultate geben wird.“ Erste Saisonmonate entscheidend Bereits am 27. Februar und 1. März startet das Team Vienna bei sogenannten „Light Quest“-Turnieren in Toulouse beziehungsweise Bordeaux in die Saison. Bei den Events in Frankreich liegen Wild Cards für die Challenger-Turniere in Hengqin (China) und Manila (Philippinen) bereit, wo es dann wiederum um Masters-Teilnahmen geht. „Nachdem wir im Ranking etwas zurückgefallen sind, müssen wir uns in diesem Jahr bei vielen kleineren Turnieren beweisen. Diese Herausforderung nehmen wir an. Wir werden uns wieder ganz nach vorne kämpfen“, gibt sich Kaltenbrunner optimistisch. Aufgrund der Ranglisten-Position ist das Team Vienna 2026 nur für den World-Tour-Opener in Utsunomiya (25./26. April) und für ein weiteres Masters gesetzt. Für das Heimturnier auf dem Wiener Heumarkt (12. bis 14. Juni) ist der ÖBV-Auswahl die Wildcard der Veranstalter fix. Die übrigen zehn Events der höchsten Kategorie müssen sich die Wiener über Erfolge bei Challenger- und Quest-Turniere verdienen. Auf dem Weg zurück in alte Sphären werden deshalb vor allem die ersten Saisonwochen entscheidend sein, weiß auch Generalsekretär Saracevic. „Unser Ziel ist es, besser in die Saison zu starten. Die Burschen haben die Off-Season intensiv genutzt, um an ihren Defiziten zu arbeiten. Jetzt gilt es, sich auf den World-Tour-Opener in rund zwei Monaten vorzubereiten. Wir sind optimistisch, dass wir mit den Entscheidungen in der Off-Season einen Schritt nach vorne machen und 2026 wieder deutlich besser reüssieren werden.“