Österreich beschließt erste EM-Quali-Runde mit klarem Sieg über die Schweiz Die Gastgeberinnen gaben vom Tip-Off weg das Tempo vor. Sarah Sagerer sorgte für die ersten fünf Punkte ihres Teams, das mit einem 8:0-Run fulminant startete. Aber die Schweizerinnen ließen sich (noch) nicht abschütteln und schrieben nach einem wirkungsvollen Time-Out ihrerseits an. Gegen Ende des ersten Viertels übernahmen die Gäste dann sogar die Führung. Mit einem Spielstand von 20:20 ging es in die erste Pause – generell lieferten sich Österreich und die Schweiz in dieser Phase ein Duell auf Augenhöhe. Mit hoher Wurfausbeute – vor allem von jenseits der Dreierlinie – und schnellen Fastbreaks setzten sich die Österreicherinnen aber bis zur Pausensirene langsam von ihren Gegnerinnen ab. Mit einem 48:40-Vorsprung ging es schlussendlich in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel knüpften die Heimischen nahtlos an die Leistung aus den ersten beiden Vierteln an, packten aber in der Defense noch einmal etwas fester zu. Lediglich 13 Zähler gelangen den Schweizerinnen im dritten Spielabschnitt. Österreich scorte seinerseits 18 Punkte und zog auf 66:53 davon. In den letzten zehn Spielminuten wehrte die Auswahl von ÖBV-Head-Coach Jesper Sundberg die Schlussoffensive der Schweiz dann ab. Obwohl einige Würfe nicht mehr ihr Ziel fanden, blieben die Quoten, sowohl aus dem Feld (47%), als auch von der Dreierlinie (53%) und bei den Freiwürfen (95%) insgesamt hoch. Auch in der Defense erlaubten sich die Österreicherinnen gegen Spielende keine nennenswerten Fehler mehr. So stand nach 40 intensiven Minuten ein souveräner 79:66-Heimsieg und der fünfte Sieg im sechsten EM-Quali-Spiel auf der Anzeigetafel. "Die Mentalität dieser Truppe sticht heraus" "Ich bin sehr stolz. Wir sind alle so vielseitig und uneigennützig. Jede versucht den Ball zu 'teilen' und spielt für das Team. Wir haben verdient gewonnen", sagte Sagerer unmittelbar nach dem Spiel. Teamkollegin Höllerl unterstrich: "Unsere größte Stärke ist unser Teamgeist, wir spielen mit Herz und haben Spiel für Spiel gezeigt, dass wir besser sind, wie es die Weltrangliste zeigt. Laut FIBA-Ranking gingen die Österreicherinnen (82.) als krasse Außenseiterinnen in die Gruppe mit Großbritannien (22.), der Schweiz (49.) und Norwegen (68.). "Die Mentalität dieser Truppe sticht heraus. Wir waren die Underdogs in dieser Gruppe und konnten nur gewinnen – und genau das haben wir gemacht", freute sich Sundberg, der den fünften Erfolg seiner noch jungen ÖBV-Karriere bejubelte. "Ich bin sehr froh, wie sich das Spiel heute entwickelt hat. Wir wollten die Schweiz müde spielen und das hat funktioniert." Ob die Österreicherinnen als Gruppensiegerinnen oder -zweite in die entscheidende Runde aufsteigen stand nach Spielende noch nicht fest. Schlägt Norwegen Großbritannien würde Rot-Weiß-Rot noch an den Britinnen vorbeiziehen. In den Köpfen von Höllerl & Co. spielte das jedoch keine Rolle, von der EM träumen sei hingegen erlaubt, versicherte der Youngster: "Wir haben gezeigt, dass wir mit den guten Teams mithalten können. Wir sind hier für mehr!" Sundberg widersprach nicht: "Wir werden alles versuchen, werden kämpfen und unsere Winning-Mentality an den Tag legen. Die Duelle mit den Top-Teams sind der nächste Schritt für dieses Programm. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, wohin es für dieses Team noch gehen kann."