BC Vienna ohne Spielraum im Play-In-Rennen In der sechsten Runde des ABA League Play-Outs empfängt BC Vienna morgen vor heimischem Publikum KK Borac Čačak im Hallmann Dome. Tip-off ist um 20.30 Uhr mit direkter Bedeutung in beide Richtungen. Der Verbleib in der ABA League ist bereits in Reichweite, mit einem Sieg könnten die Wiener dieses Mindestziel frühzeitig absichern und gleichzeitig die mathematischen Chancen im Play-In weiterhin wahren. Denn die Tabelle lässt wenig Interpretationsspielraum. Bei noch fünf ausstehenden Spielen ist KK Spartak Subotica faktisch durch. Ein weiterer Sieg würde das Play-In endgültig besiegeln. Im direkten Vergleich mit dem Verfolgerfeld hat KK Mega mit neun Siegen die beste Ausgangsposition. Zwei Siege aus den verbleibenden fünf Spielen würden die Tür zum Play-In weit öffnen, da die Konkurrenz dann mindestens vier Siege aus den verbleibenden fünf Spielen benötigen würde, um vorbeizuziehen. Frühe Kontrolle, keine echte Antwort Das erste Aufeinandertreffen in Čačak hat den Verlauf früh vorgezeichnet. Borac ging mit 28:21 aus dem ersten Viertel und hielt diesen Vorsprung über die gesamte Spielzeit. BC Vienna konnte den Abstand im Schlussviertel zwar verkürzen, kam aber nie in eine Phase, in der das Spiel wirklich kippte. Die Zahlen zeichnen ein klares Bild. Vienna produzierte 24 Turnover, Borac nur 15. Diese Differenz hat nicht nur Ballbesitze gekostet, sondern Borac immer wieder direkte Vorteile verschafft. Gleichzeitig verlor Vienna das Rebound-Duell mit 23:32 und gab damit zusätzliche Würfe ab. Dazu kam die Effizienz von Borac inside mit 66,7 Prozent, ein Wert, der zeigt, dass defensiv kein Zugriff auf die Abschlüsse in der Zone bestand. Genau diese Faktoren verhinderten, dass die Gäste aus Wien das Spiel jemals unter Kontrolle bringen konnten. Vienna fand keine Antworten Borac entschied das Spiel über seine Achse. Marko Jošilo setzte mit 16 Punkten den offensiven Ton, Nikola Manojlović sorgte aus dem Backcourt für Scoring und Dynamik, während Pavle Nikolić mit seiner Physis auf der Forward-Position das Spiel zwischen Inside und Perimeter verband. Genau diese Kombination bekam Vienna über weite Strecken nicht in den Griff, wodurch Borac konstant zu den Abschlüssen kam, die das Spiel getragen haben. Auf der anderen Seite lag viel Verantwortung bei Viennas Souley Boum (zuletzt mit einem Effizienzwert von 46), der das Spiel initiierte und als zentrale Creation-Option agierte. Dahinter fehlte über längere Phasen die Entlastung, wodurch Angriffe zu oft spät oder unter Druck abgeschlossen wurden. Vienna kam zwar immer wieder in Korbnähe, konnte diese Situationen aber zu selten effizient verwerten. Viele Abschlüsse am Ring entstanden ohne klaren Vorteil, wodurch kein konstanter offensiver Rhythmus entstehen konnte. Für das Rückspiel rückt damit vor allem die Kontrolle im Backcourt in den Fokus. Entscheidend wird sein, wer Tempo und Rhythmus bestimmen kann und es schafft, das Spiel früh zu kontrollieren. Wo Vienna ansetzen muss Das Rückspiel wird sich an denselben Faktoren entscheiden. Ballverluste kippten im ersten Duell direkt in Vorteile für Borac, im Zweipunktebereich fehlte die letzte Konsequenz, im Rebound sicherte sich Borac zusätzliche Possessions. Im Dome wird sich zeigen, ob Vienna daraus die richtigen Anpassungen ableiten kann. Mehr Kontrolle im Ballhandling, klarere Abschlüsse im Zweipunktebereich und besseres Rebounding sind Voraussetzung, um den Rhythmus diesmal selbst zu bestimmen. Text: Wiener Basketball Verband Foto: Vienna