win2day-BSL-Playoffs: Top-gesetzte Teams wollen in Spiel 2 nachlegen Historisch spricht vor Spiel zwei einiges für die Heimteams: Zuletzt gab es in der ersten Viertelfinalrunde der Saison 2021/22 vier Heimsiege in Spiel zwei. Die letzte Saison, in der die jeweils besser gerankten Teams geschlossen auf 2:0 stellten, war 2018/19. Aber die BK Karbon-X Dukes stehen nach der 68:90-Auftaktniederlage im Happyland bereits unter Druck. Erschwerend kommt der Ausfall von Dragan Stajic hinzu, der sich in Spiel eins am Kopf verletzte und dessen weiterer Einsatz in dieser Saison äußerst fraglich ist. Klosterneuburg hatte gegen Vienna zunächst gut begonnen, verlor aber mit zunehmender Spieldauer durch Ballverluste, Fouls und offensiv fehlenden Rhythmus die Kontrolle über die Partie. Dukes-Head-Coach Damir Zeleznik fordert nun eine klare Reaktion: „Wir haben im ersten Spiel nicht das abgerufen, was wir spielen können. Neben vielen Ballverlusten, die uns unterlaufen sind, haben wir auch eine schlechte Wurfquote gehabt und einen unseren Spielmacher für die nächsten Spiele verloren. Wir müssen nahezu ein perfektes Spiel abliefern, wenn wir gewinnen wollen. Wir sind bereit vor unserem Publikum alles zu geben, um die Serie auszugleichen.“ Vienna hatte Spiel eins über weite Strecken kontrolliert, defensiv konsequent agiert und insgesamt zehn Spieler in die Scorerliste gebracht. Geschichte zeigt: Graz klar im Nachteil Die Raiffeisen Flyers Wels reisen nach dem deutlichen 90:68 mit Rückenwind an, stehen in Graz aber vor einer anderen Aufgabe. Die beiden bisherigen Gastspiele im Raiffeisen Sportpark in dieser Saison gingen klar an den UBSC, allerdings ist bei den Steirern Peyton Gerald fraglich, nachdem er im ersten Spiel vorzeitig verletzt ausgeschieden war. Flyers-Coach Sebastian Waser ordnet den Auftakterfolg nüchtern ein: „In der Serie vorzulegen ist sehr gut. Aber es ist eine Serie. Wir haben noch nichts gewonnen und müssen unser Spiel weiter forcieren. Dann kann es auch in Graz zum Erfolg führen!“ Graz steht bereits unter Zugzwang, hat nach einer Auftaktniederlage in einer Play-off-Serie bislang noch nie den Aufstieg geschafft. Wels war in Spiel eins in praktisch allen Bereichen überlegen, weiß aber auch, dass ein 1:0 keine Garantie ist: 2023 gewannen die Flyers eine Halbfinalserie gegen Gmunden mit dem ersten Spiel und schieden am Ende dennoch mit 2:3 aus. Oberwart meisterlich Titelverteidiger Oberwart hat die Viertelfinalserie mit einem klaren 93:62 eröffnet und dabei einmal mehr seine Play-off-Stärke unterstrichen. Saisonübergreifend war es der 14. Play-off-Sieg in Folge, in zehn dieser 14 Siege hielt Oberwart den Gegner unter 70 Punkten. Bemerkenswert war auch die Verteilung der Belastung: Kein Spieler stand länger als 23:09 Minuten auf dem Feld, dazu leisteten sich die Burgenländer nur fünf Turnover. Trotz der Dominanz in Spiel eins bleibt der Fokus hoch. „Der Sieg im ersten Spiel war ein guter Start, aber er hat für uns keine größere Bedeutung über dieses eine Spiel hinaus. Jetzt geht es nur um Mittwoch. Unser kompletter Fokus liegt auf diesem Spiel in Gmunden – nichts anderes“, sagt Gunners-Coach Horst Leitner. Spieler Edi Patekar ergänzt: „Wir haben einen starken Start in die Serie hingelegt und viel für die weiteren Spiele dazugelernt.“ Gmunden konnte mit einer Zonenverteidigung phasenweise Akzente setzen, fand aber vor allem nach Seitenwechsel kaum noch Mittel. Oberwart ist gegen die Swans in dieser Saison ungeschlagen (4:0) und hat auch die vergangenen vier Auswärtsspiele in Gmunden gewonnen. Bringen Lions Bulls erneut ins Wanken? Am engsten verlief das erste Duell zwischen Traiskirchen und Kapfenberg. Die Bulls setzten sich mit 88:79 durch, mussten dafür aber lange arbeiten. Kapfenberg profitierte dabei von einer starken Distanzwurfquote, während Traiskirchen vor allem in der zweiten Halbzeit zeigte, dass die Serie offen ist. Ein wesentlicher Faktor für Spiel zwei könnte die Personalsituation bei den Steirern werden: Taye Fields laboriert an einer Innenknöchelverstauchung, ein Einsatz am Mittwoch ist offen. Kapfenberg-Kapitän Nemo Krstic sagte nach Spiel eins: „In den Playoffs muss man jedes Spiel einzeln mit vollem Fokus angehen. Wir haben jetzt vorgelegt, aber eine Serie kann sich schnell drehen, also muss wirklich alles sitzen.“ Traiskirchen will vor eigenem Publikum an die zweite Hälfte aus Spiel eins anknüpfen. „Nach der Niederlage in Spiel 1 wollen wir im Lions Dome vor unseren Fans die Serie ausgleichen“, sagt Löwe David Hofstädter. Die Lions drehten bereits 2024 im Viertelfinale einen 0:1-Rückstand noch in eine gewonnene Serie. Entscheidend wird sein, Kapfenbergs Shooting besser zu kontrollieren – vor allem Guard Quinton Green, der in den vergangenen drei Spielen 19 Dreier getroffen hat. Umgekehrt müssen die Bulls das Traiskirchner Spiel in Korbnähe limitieren, nachdem die Lions in Spiel eins 46 Punkte in der Zone erzielt hatten. Auffällig: Kapfenberg gewann acht der letzten zehn Spiele in Traiskirchen, verlor dort zuletzt aber zweimal in Folge.