win2day-BSL-Finals: Titelverteidiger Oberwart gelingt Auftaktsieg Play-off-Basketball vom Feinsten bekamen die Fans am Samstag in Spiel eins der Finalserie der win2day Basketball Superliga zu sehen: physisch, intensiv, geprägt von Runs auf beiden Seiten – und am Ende mit einem bekannten Sieger. Die UNGER STEEL Oberwart Gunners nutzten ein überragendes drittes Viertel, um sich bei den Hefte Helfen Bulls Kapfenberg mit 77:72 durchzusetzen und auf 1:0 in der „best-of-five“-Serie zu stellen. Die Burgenländer setzten von Beginn an auf jene Meister-Defense, die sie bereits in den vergangenen beiden Titeljahren ausgezeichnet hatte. Vor allem Liga-MVP Andrew Jones und Kapfenbergs Distanzspezialist Quinton Green wurden über weite Strecken aus dem Spiel genommen. Green musste zudem früh mit Foulproblemen umgehen, was den Rhythmus der Bulls-Offense zusätzlich beeinträchtigte. Auf der anderen Seite agierte Oberwart souverän und ausgeglichen. Alle eingesetzten Spieler trugen sich bereits früh in die Scoringliste ein, allen voran Ian Martinez, der mit 27 Punkten und zehn Rebounds seine Klasse zeigte. Der Costa Ricaner war phasenweise nur mit Fouls zu stoppen und verwandelte alle elf Freiwürfe. „Die erste Halbzeit war unglaublich ausgeglichen, aber im dritten Viertel haben wir unseren Gameplan sehr gut umgesetzt. Wir haben den Druck hochgehalten und Kapfenberg zu vielen Fehlern gezwungen. Genau das war unser Ziel“, erklärte Gunners-Kapitän Sebastian Käferle nach dem Spiel. Überhaupt entwickelte sich das Duell zu einer physischen Angelegenheit. Die Gunners kamen auf 29 Freiwürfe (22 Treffer), Kapfenberg auf 11 Versuche (7 Treffer). Bulls-Coach Klym Artamonov haderte nach Spielende mit dieser Verteilung: „Im modernen Basketball ist es sehr schwierig zu gewinnen, wenn zwei physische Mannschaften aufeinandertreffen und eine Mannschaft in der ersten Halbzeit elf Freiwürfe bekommt, während die andere nur zwei wirft. Beide Teams spielen körperbetont und jedes Mal, wenn wir Energie aufs Feld bringen, werden gegen uns die Fouls gepfiffen.“ Oberwart erhöhte Druck Die spielentscheidende Phase folgte jedoch im dritten Viertel: Oberwart erhöhte defensiv nochmals den Druck, kontrollierte die Bretter und zog mit einem 34:14-Lauf auf 73:50 davon. „Im starken dritten Viertel haben wir nicht viel anders gemacht. Wir haben einfach unseren Plan weiter umgesetzt. Zudem hatten sie keine Antwort auf die Qualität von Martinez“, analysierte Gunners-Coach Horst Leitner. Nach 30 Minuten schien die Begegnung entschieden. Kapfenberg stemmte sich allerdings mit aller Kraft gegen die Auftaktniederlage. Angeführt von Vitalii Zotov (17 Punkte), Nemanja Krstic (15) und Taye Fields (14 Punkte, 12 Rebounds) starteten die Bulls im Schlussviertel eine Aufholjagd und gewannen den Abschnitt mit 22:4. „Wir müssen einfach über 40 Minuten das bessere Team sein, wir wissen, wir können sie schlagen“, zeigte sich Bulls-Spieler Justin McCaw trotz der Niederlage kämpferisch. Für die komplette Wende reichte die Zeit nicht mehr. Oberwart brachte den Vorsprung über die Ziellinie, fügte Kapfenberg die erste Play-off-Niederlage 2026 zu und holt sich den ersten Sieg im Finale. „Unser Ziel war es heute, den ersten Schlag zu setzen und uns den Auftaktsieg zu holen und das ist uns gelungen“, sagte Käferle nach Spielende im ORF-Interview. Die Finalserie wird bereits am Montag (18.00 Uhr) in Oberwart fortgesetzt. Hier gehts zum Boxscore.