Wilder "Flamingo-Wurf" von Kaltenbrunner beschert Vienna Masters-Ticket Nach dem starken siebenten Platz bei der Weltmeisterschaft in Polen Anfang Juni habe man den "Flow" nicht mitnehmen können, erklärte Kaltenbrunner die durchwachsenen Auftritte bei den Masters-Auftritten in Wien (7.) und Amsterdam (9.), sowie die im Entscheidungsspiel verpasste EM-Qualifikation. Beim Challenger im französischen Übersee-Département La Réunion nahm der intensive Juni nun doch noch ein mehr als versöhnliches Ende. Schon am Samstag in der Gruppenphase deutete sich an, dass mit den Wienern im Kampf um die drei zu vergebenen Startplätze für Lausanne zu rechnen sein wird. Kaltenbrunner, Toni Blazan, Quincy Diggs und Fabio Söhnel schlugen nach starken Performances sowohl Antananarivo aus Madagaskar (22:11) als auch das französische Top-Team aus Bordeaux (21:17). Im Viertelfinale warteten am Samstag dann die Weltranglisten-Zweiten aus Miami. Die US-Amerikaner zeigten im Duell mit den Österreichern früh ihre Klasse und zogen schon in den ersten Minuten davon – nach nicht einmal vier Minuten stand es 14:7 für die Favoriten. Doch das ÖBV-Quartett steckte nicht auf. Auch dann nicht, als es rund zweieinhalb Minuten vor dem Ende 14:20 stand und Miami nur noch ein Punkt vom Semifinal-Einzug entfernt war. Mit einem wahren Kraftakt verkürzte Vienna auf 19:20, ehe der große Auftritt von Kaltenbrunner folgte. Kaltenbrunner im Stile von Thomas Klepeisz Der Niederösterreicher dribbelte sich um einen Screen und entschied sich – eigentlich ohne Druck – für einen unkonventionellen, einbeinigen Distanz-Wurf, der unter großem Jubel sein Ziel fand. "Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Es war ein wilder Wurf. Ich war komplett drüber und wollte einfach nur, dass das Spiel vorbei ist. Bei uns kann jeder Spieler wichtige Würfe treffen. Diesmal war es ich", so Kaltenbrunner über seinen "Flamingo-Shot" im Stile von Thomas Klepeisz. "Shoutout an Tommy! Ich habe gehört, dass er das besonders gut kann." Das 21:20 gegen Miami bedeutete nicht nur den Semifinal-Einzug. Denn schon wenig später war durch die Niederlage von Bordeaux gegen Finalist Antwerpen klar, dass die Wiener nicht mehr aus den Top-3 zu verdrängen waren. Die folgende 19:21-Niederlage gegen die späteren Turniersieger Baskets Bonn (GER) in einem weiteren Basketball-Krimi war damit zwar ärgerlich, aber für das rot-weiß-rote Quartett ohne größere Folgen. "Der dritte Platz und das Ticket für Lausanne sind extrem wichtig für uns. Das Ergebnis ist wie ein Befreiungsschlag, nachdem die vergangenen Wochen für uns nicht einfach waren", so Kaltenbrunner. "Wir müssen versuchen, den Rhythmus zu halten, fit zu bleiben und kontinuierlich mehr Top-Teams zu schlagen."