Vujosevic schlägt neues Kapitel in der Heimat auf: Warum das Nationalteam vorerst auf seinen Topscorer verzichten muss „Dieses Qualifikationsfenster kam zu einem schwierigen Zeitpunkt im Jahr für mich. Die Saison war lang, mein Körper braucht eine Pause und die Vorbereitung war dann schlicht zu kurz, um in jene Form zu kommen, die ich von mir selbst erwarte – und die ich für derart physische Spiele brauche“, begründet „Bogi“ Vujosevic seine Abwesenheit. Deshalb sei es schweren Herzens zu der Entscheidung gekommen, dieses Window auszulassen. Für Österreich bedeutet der Ausfall eine sportlich noch größere Herausforderung. Der Spielmacher war in den bisherigen vier Qualifikationsspielen nicht nur der verlässlichste Scorer, sondern auch einer der zentralen Ballhandler. Besonders beim 88:87-Auswärtssieg gegen die Niederlande hatte der 33-Jährige mit 15 Punkten mitgeholfen, Österreichs Chancen auf den Aufstieg in die nächste Qualifikationsphase am Leben zu halten. Mit lachendem und weinendem Auge Trotz der schmerzlichen Absage blickt der Routinier mit viel Vorfreude auf den Sommer. Denn nach zwei, besonders individuell erfolgreichen, Jahren in Rumänien bei SCM Timisoara zieht es ihn zurück in seine Heimat nach Serbien. Der einstige Meistermacher der Kapfenberg Bulls und des BC Vienna wechselt zu KK Hercegovac Gajdobra in Serbiens höchste Spielklasse und damit direkt in seine Heimatregion. „Einer der Gründe für meine Entscheidung war, dass der Klub sehr ambitioniert ist und eine große Zukunft vor sich hat“, sagt der Guard über seinen Wechsel zu KK Hercegovac Gajdobra. Der Klub habe sich in wenigen Jahren von einem Amateurverein bis in die ABA 2 League (Adriatic Basketball Association, Anm.) entwickelt und klare Ambitionen, weiter nach oben zu kommen. Auch die Atmosphäre sei ein entscheidender Faktor gewesen: „Jedes Heimspiel ist ausverkauft, die Leute kommen wirklich, um das Team zu unterstützen. So gut ist die Stimmung sonst nur bei Roter Stern oder Partizan.“ Heimkehr nach 13 Jahren als Push für das Nationalteam? Mindestens genauso wichtig war für den austro-serbischen Basketballer aber die persönliche Komponente. „Ich bin zurück zuhause. Es ist meine Stadt, meine Region. Nach 13 Jahren habe ich wieder die Chance, vor meinen eigenen Fans zu spielen. Das ist ein sehr besonderes Gefühl und eine große Motivation für mich.“ Der Abschied aus Rumänien sei unter diesen Umständen leichtgefallen. Für das Nationalteam, betont Vujosevic, soll die Absage keine grundsätzliche sein: „Körperlich geht es mir gut, Gott sei Dank. Ich habe eine weitere Saison gesund beendet“, betont der bald 34-Jährige. Eine Rückkehr im Sommer stellt er in Aussicht: „Wenn ich gesund bleibe, hoffe ich, im August wieder beim österreichischen Nationalteam dabei zu sein.“ Kurz vor Saisonstart in Serbiens höchster Spielklasse könnte das österreichische Nationalteam dann nicht nur einen topfitten, sondern auch hochmotivierten „Bogi“ zurück in seinen Reihen begrüßen. Das ist momentan aber nur Zukunftsmusik, denn die Ausgangslage für die kommenden Spiele bleibt trotz aller Ausfälle klar: Österreich hält nach vier Spielen bei einem Sieg und drei Niederlagen. Polen ist in Gruppe F noch ungeschlagen, Lettland und die Niederlande liegen vor Rot-Weiß-Rot. Die besten drei Teams steigen in die finale Phase der WM-Qualifikation auf. Österreich trifft am Freitag, 3. Juli, in Wien auf Polen und gastiert am Montag, 6. Juli, in Riga bei Lettland. Um den Aufstieg noch zu schaffen, braucht Rot-Weiß-Rot zumindest einen Sieg – und je nach Ergebnissen der Konkurrenz möglicherweise auch Schützenhilfe. Übersicht European Qualifiers für FIBA World Cup 2027 Polen – Österreich 90:78 Österreich – Lettland 68:86 Österreich – Niederlande 71:81 Niederlande – Österreich 87:88 Österreich vs. Polen, Freitag, 3. Juli 2026 um 18.00 Uhr (Sport Arena Wien)* Lettland vs. Österreich, Montag, 6. Juli 2026 18.30 Uhr MESZ (Riga)* *) beide Spiele werden live auf ORF Sport+ und ORF ON übertragen >>> ALLE INFOS ZUR WM-QUALIFIKATION