Basketball-Hochburg Oberösterreich: Was hinter dem Erfolgsmodell steckt „Nicht der Präsident wird gewählt, sondern ein Team, das gemeinsam Verantwortung übernimmt. Ich würde mich freuen, wenn uns die Vereine erneut ihr Vertrauen schenken“, lässt Winkler keinen Zweifel daran, dass Teamplay nicht nur in der Halle gefragt ist. Seit 1989 ist der Oberösterreicher in unterschiedlichen Funktionen für den Verband tätig, seit 2007 als Präsident. Für die kommende Funktionsperiode formuliert Winkler klare Schwerpunkte: bessere Infrastruktur, hohe Ausbildungsqualität und verlässliche Rahmenbedingungen für die Vereine. „Wir wollen Voraussetzungen schaffen, damit Oberösterreich den österreichischen Basketball weiterhin führend mitgestalten kann“, sagt der Präsident. Dazu brauche es moderne Hallen ebenso wie die Aus- und Weiterbildung von Trainern und Schiedsrichtern. Basketball solle jungen Menschen außerdem Werte wie Eigenverantwortung, Respekt und Leistungsbereitschaft vermitteln. Die nächste Sarah Sagerer finden Sarah Sagerer, Anna Alborova, Elvir Jakupovic oder Starlin Inoa Gil – Oberösterreichs Ausnahmebasketballer sind aus den Nationalteams längst nicht mehr wegzudenken. Winkler ist überzeugt, dass in dem Bundesland noch viele weitere Talente mit ähnlichem Potenzial schlummern. Besonders erfreut zeigt er sich deshalb über die Entwicklung im Nachwuchs. Während einzelne Vereine den oberösterreichischen Basketball lange prägten, sei die Spitze inzwischen deutlich breiter geworden. „Es ist wirklich toll, was unsere Vereine leisten. Sei es in Wels, Gmunden, Steyr oder mittlerweile auch in Linz.“ Einen wichtigen Anteil daran hätten die Nachwuchs-Superligen, in denen sich die Talente regelmäßig mit den besten Teams Österreichs messen. Ergänzt werde dies durch den Schulbasketball sowie das Leistungszentrum des OÖBV, das mittlerweile Teil des Talentzentrums des Landes Oberösterreich ist. Ab der kommenden Saison wird dort auch eine Kombination aus Lehre und Leistungssport angeboten. Ohne Schiedsrichter kein Erfolg Für Winkler, der 25 Jahre auf höchstem österreichischen Niveau pfiff, war immer klar, dass ein funktionierender Spielbetrieb nur mit genügend gut ausgebildeten Schiedsrichtern möglich ist. Während andere Landesverbände heute mit Schiedsrichtermangel kämpfen, gilt Oberösterreich als positives Beispiel. Winkler führt das vor allem auf die enge Zusammenarbeit mit den Vereinen zurück. „Wir haben es geschafft, dass sich die Vereine verpflichten, Schiedsrichter in jenem Ausmaß zur Verfügung zu stellen, in dem sie auch Mannschaften melden.“ Den verstärkten Einsatz ausländischer Referees sieht er dagegen kritisch: „Damit bekämpfen wir Symptome, schaffen aber keine nachhaltige Lösung.“ Noch mehr Mädchen und 3x3 als Vereinssport „Mir hat die Arbeit für den Basketball immer viel zurückgegeben. Ich glaube, dass ich mit meinem Netzwerk weiterhin zur Entwicklung beitragen kann“, blickt Winkler, der auch als Präsident des Landessportrats Oberösterreich und Kommissar der win2day Basketball Superligen tätig ist, in die Zukunft. Für die kommenden Jahre wünscht er sich unter anderem die Etablierung von 3x3 als Vereinssport, moderne Ballsporthallen in allen Bezirken und langfristig gleich viele Mädchen- wie Burschenteams im Nachwuchs. „Unsere Aufgabe ist es, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen“, sagt Winkler. „Die Erfolge erzielen am Ende immer die Vereine und die Menschen, die dort tagtäglich arbeiten.“