"Es ist nicht in Worte zu fassen!" - So schrieb die U18 das neueste Kapitel heimischer Basketball-Geschichte Es ist eine Leistung, die in der Geschichte des österreichischen Basketballs schon jetzt einen besonderen Platz einnimmt: Österreichs MU18-Nationalteam hat bei der FIBA U18 EuroBasket 2026 in Trento und Rovereto am Sonntag sensationell den Klassenerhalt in der A-Division geschafft. Nach dem Aufstieg unter Benedikt Danek 2024 und dem erfolgreichen Abschneiden im Vorjahr unter Justin Schlünken gelingt nun unter Head Coach Sebastian Waser der dritte Verbleib in Folge in Europas höchster U18-Nachwuchsklasse – ein Novum für den Österreichischen Basketballverband. Dabei hätte der Turnierverlauf kaum schwieriger sein können. Frankreich (50:76), Griechenland (53:81), Israel (80:84), die Türkei (64:90) und Litauen (68:84) – die ersten fünf Gegner zählten allesamt zu den Top-10 der europäischen Rangliste. Österreich ging in jede dieser Begegnungen als klarer Außenseiter, präsentierte sich aber gegen den späteren Bronzemedaillengewinner Frankreich ebenso konkurrenzfähig wie gegen Gruppensieger Israel und zeigte über weite Strecken, dass der Abstand zur europäischen Spitze kleiner ist, als angenommen. Nach fünf Niederlagen war klar: Die Entscheidung um den Klassenerhalt würde in den letzten beiden Platzierungsspielen fallen. Dort bewies die Mannschaft von Head Coach Sebastian Waser ihre größte Stärke – Nervenstärke. Zunächst gelang gegen die Slowakei ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg (76:61), ehe im finalen Endspiel gegen Lettland ein historisches Comeback folgte. Nach zwischenzeitlich 14 Punkten Rückstand kämpfte sich Österreich zurück und entschied die Partie mit einem Game Winner wenige Sekunden vor der Schlusssirene für sich (73:71). Erfolgsrezept? Defense, Smallball, bunter Kader-Mix, … „Es ist nicht in Worte zu fassen, wie stolz mein Staff und ich auf die Mannschaft sind. Den Klassenerhalt bei der U18-Europameisterschaft zu schaffen, ist eine Leistung, die nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“, sagt Sebastian Waser. „Zwei Spiele bei einer EM der A-Division zu gewinnen, hat bislang keine österreichische Mannschaft geschafft. Dass wir trotz der fünf Top-10-Gegner nicht den Glauben verloren und die Do-or-Die-Spiele gegen die Slowakei und Lettland gewonnen haben, ist eine Leistung, die in der österreichischen Basketball-Historie ganz weit oben angesiedelt ist." Waser und sein Trainerteam hatten den Fokus von Beginn an auf die entscheidenden Begegnungen gelegt. „Wir haben unser sechstes Spiel gegen die Slowakei immer als unser erstes Finale gesehen und die Spieler haben diese Herangehensweise perfekt angenommen." Zum Erfolgsrezept wurde dabei nicht nur die taktische Ausrichtung mit aggressiver Defensive und Small Ball, sondern vor allem die außergewöhnliche Geschlossenheit des Teams. Spieler aus Vereinen in ganz Österreich bildeten gemeinsam mit Legionären aus Spanien sowie den USA eine funktionierende Einheit. Waser kennt als Trainer der Raiffeisen Flyers Wels Eris Javaragic, Benjamin Kuranovic und Jonas Mendl größtenteils seit Jahren, gleichzeitig übernahmen auch Francis Chavez sowie die beiden US-Highschool-Spieler Pierce Thompson und Armin Kapic wichtige Rollen. „Dieser bunte Mix war ein Erfolgsrezept. Wir haben eine flache Hierarchie, keine Starspieler“, betont Waser. Entscheidend sei außerdem die große Kadertiefe gewesen: „Wir hatten zumindest zehn fast gleichwertige Spieler. Dadurch mussten wir in keinem Spiel über unsere körperlichen Grenzen gehen und hatten in den beiden Spielen, in denen es um alles ging, noch genug im Tank. Was unseren Erfolg aber wirklich ausgemacht hat, war der großartige Teamgeist. In den sechs Wochen gab es abseits des Feldes nicht ein einziges Problem. Die Burschen haben einen tollen Charakter." Bislang größter Erfolg auf Nachwuchs-Ebene: Chance & Herausforderung Für den Head Coach ist der Klassenerhalt auch ein wichtiges Signal für den österreichischen Basketball. Die U18-Europameisterschaft sei das größte Nachwuchs-Event Europas und eine Bühne, auf der zahlreiche Scouts und Trainer internationaler Spitzenprogramme vertreten sind. „Ich bin überzeugt, dass die Leistungen der Spieler gesehen worden sind. Dieses Turnier kann ein Sprungbrett für ihre Karrieren sein." Auch beim Österreichischen Basketballverband ordnet man den Erfolg dementsprechend hoch ein. ÖBV-Generalsekretär Aldin Saracevic sagt: „Erstmals in der Verbandsgeschichte sind wir drei Jahre in Folge in der A-Division vertreten. Es ist der bislang größte sportliche Erfolg auf dieser Ebene und bestätigt die jahrelange, intensive Nachwuchsarbeit. Das Ergebnis im kommenden Jahr noch einmal zu bestätigen, wird nicht leicht, wir nehmen die Aufgabe ab sofort an und arbeiten darauf hin, nächstes Jahr wieder zu überraschen." Tanja Kuzmanovic, Head of 5x5, hebt insbesondere die Mentalität der Mannschaft hervor: „Der Klassenerhalt in der A-Division ist vor allem ein Beweis für den Charakter dieser Mannschaft. Nach einer körperlich und mental extrem fordernden Europameisterschaft in ein alles entscheidendes Spiel zu gehen und dort, nach einem zwischenzeitlichen 14-Punkte-Rückstand, noch einmal zurückzukommen, zeugt von großer mentaler Stärke. Das Team hat unglaubliche Moral, Zusammenhalt und Kampfgeist bewiesen und sich diesen Erfolg mit großem Einsatz verdient." Großes Kompliment gelte dem Trainerteam und dem gesamten Staff. "Die Mannschaft war während des Turniers immer gut vorbereitet, hat in schwierigen Phasen die richtigen Impulse gesetzt und bis zur letzten Minute immer an den gemeinsamen Plan geglaubt." Abschließend unterstreicht Kuzmanovic: "Sich drei Jahre hintereinander auf höchstem europäischen Niveau zu behaupten, ist für den österreichischen Basketball alles andere als selbstverständlich und unterstreicht die positive Entwicklung unseres Nachwuchsprogramms."