Girls Day als Motor: Niederösterreichs Basketballerinnen auf Rekordkurs Entstanden ist die Initiative vor einigen Jahren als Reaktion auf die Situation nach der Corona-Pandemie. „Wir haben gesehen, dass der Mädchenbasketball nach Corona gewaltig geboomt hat“, erinnert sich NBBV-Präsident Ralf Maurer. „Das Ziel war, den Mädchenbasketball stärker zu fördern und den Spielerinnen eine breitere Plattform bieten zu können.“ Dafür setzte der Verband auch strukturell neue Akzente. Erstmals seit langer Zeit wurden wieder eigene Damensportreferentinnen eingesetzt. Besonders hebt Maurer den Einsatz von Katalin Levai und Martina Kruder-Kornek sowie initial Ulla Swoboda hervor. Als sportlicher Leiter der NBBV Girls Days übernimmt Mike Kress seit dem Start eine tragende Rolle, in dem er den Kontakt mit den Coaches hält und die Trainingstage sportlich organisiert. „Ohne sie sowie die Trainerinnen und Trainer in Niederösterreich wären die NBBV Girls Days nicht möglich.“ Mehr als ein Trainingstag Der Girls Day richtet sich dabei nicht primär an Anfängerinnen, sondern bringt bereits aktive Basketballerinnen unterschiedlicher Vereine und Altersklassen zusammen. Gemeinsame Trainingseinheiten sollen nicht nur die individuelle Entwicklung fördern, sondern auch den Austausch über Vereinsgrenzen hinweg. Gleichzeitig nutzt der Verband diesen speziellen Tag, um Talente für künftige Landesauswahlen zu beobachten. „Es findet dadurch natürlich auch schon ein kleines Sichtungstraining für die zukünftigen Landesverbandsteams statt“, erklärt Maurer. Beim bislang letzten Girls Day am 8. März 2026 in Herzogenburg waren 90 Spielerinnen und 15 Trainerinnen und Trainer dabei. Für den Verband ist die Veranstaltung zugleich ein Signal an seine Vereine: Investiert in den Mädchenbasketball, gründet neue Teams und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Spielerinnen. Dass das funktioniert, zeigt für Maurer unter anderem die Entwicklung in Wiener Neustadt. Während es dort zunächst überhaupt keine Mädchenmannschaften gab, sei mittlerweile ein breiteres Angebot entstanden. Genau darin sieht der NBBV-Präsident weiterhin großes Potenzial: Ziel seien möglichst durchgängige Landesmeisterschaften und mehr Vereine, die Mädchen über mehrere Altersstufen hinweg eine Perspektive bieten können Vorbilder aus der Superliga Dabei profitiert Niederösterreich auch von seiner starken Position im österreichischen Spitzenbasketball. Teams aus dem Bundesland prägen seit Jahren die win2day Basketball Damen Superliga. Maurer ist überzeugt, dass diese Erfolge auch an der Basis Wirkung zeigen. Wie wichtig greifbare Vorbilder sind, erlebte er bei einem U12-Turnier selbst. Nur einen Tag nach dem Meistertitel mit Klosterneuburg war Viktoria Matzka dort als Schiedsrichterin im Einsatz und übernahm anschließend gemeinsam mit Maurer die Siegerehrung. „Das war für mich wieder einmal augenöffnend. Man braucht natürlich Vorbilder in Niederösterreich“, erzählt Maurer. Umso wichtiger sei es, dass sich Spielerinnen aus dem Spitzenbasketball immer wieder für den Nachwuchs zur Verfügung stellen. Auch beim nächsten Girls Day sollen deshalb nach Möglichkeit wieder Spielerinnen aus der höchsten Spielklasse eingebunden werden. Ob und wer tatsächlich teilnehmen kann, hängt allerdings vom dichten nationalen und internationalen Spielplan der Vereine ab. Spielerinnenzahlen auf Höchststand Die Entwicklung bestätigt den eingeschlagenen Weg jedenfalls. Laut Maurer erreichte die Zahl der aktiven Spielerinnen in Niederösterreich mit Abschluss der vergangenen Saison einen neuen Höchststand. Für den NBBV ist damit aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Weitere Mädchenmannschaften, durchgängige Bewerbe und zusätzliche Angebote sollen die Basis in den kommenden Jahren weiter verbreitern.  Der nächste NBBV Girls Day ist bereits für Dezember geplant. Dann sollen wieder Mädchen aus ganz Niederösterreich gemeinsam am Parkett stehen – und vielleicht der nächste Schritt vom Nachwuchstalent zum späteren Vorbild beginnen.