3x3-Damen spielten beste Women's-Series-Saison – mit zwei Wermutstropfen Das 3x3-Nationalteam, das bei den Damen nur im Sommer aktiv ist und ausschließlich aus Profis besteht, die aus der 5-gegen-5-Sparte kommen, nahm am 8. Mai die Saisonvorbereitung auf. Nur acht Tage bevor in Shanghai der erste Stopp auf der FIBA Women's Series 2026 auf dem Programm stand, versammelte Head Coach Predrag Miletic Anja Fuchs-Robetin, Sigrid Koizar, Alexia Allesch, Simone Sill, Sina Höllerl und Stella Popp zum Trainingsauftakt im Happyland Klosterneuburg. Aufgrund der kurzen Vorbereitungsphase gestaltete sich das Auftakt-Turnier in der chinesischen Millionenmetropole schwierig. Österreich reüssierte dennoch, bot Kanada, dem zweitbesten Team auf der Tour, Paroli, und zog mit einem 16:13 über Yanjing (CHN) ins Viertelfinale ein, wo nach einer Overtime-Niederlage gegen Amsterdam (11:13) schließlich Platz acht blieb. "Dafür, dass wir nur fünf Trainings zusammen hatten, war das Ergebnis mehr als ok", betont Miletic. Lehren aus dem Saisonauftakt zeigten Wirkung Um im Hinblick auf die nächsten großen Turniere Spielpraxis zu sammeln, trat die ÖBV-Auswahl anschließend bei kleineren Turnieren – unter anderem auf der 3x3 Tour Austria und bei der Staatsmeisterschaft – an. Mit 3x3 VIENNA presented by win2day, dem Heimturnier am Wiener Heumarkt, wartete dann Mitte Juni das erste große Highlight der Saison. In einer Gruppe mit den Top-Teams aus Kanada und Frankreich blieb den Österreicherinnen jedoch der Einzug in die K.o.-Phase verwehrt. Während Koizar & Co. die Überlegenheit der Kanadierinnen (11:19) relativ klar akzeptieren mussten, stand das Spiel gegen Frankreich (12:14 OT) lange auf Messers Schneide und ging am Ende erst in der Overtime verloren. "Wir haben in der Schlussphase unnötige Fouls gemacht und uns leichte Ballverluste geleistet. Ich bin ganz sicher, dass wir das Spiel gegen Frankreich heute nicht mehr verlieren würden", so Miletic. Nach dem toughen Saisonstart auf der FIBA Women's Series adaptierten die Österreicherinnen ihr Spiel ein wenig und entwickelten sich in so gut wie allen Aspekten des Spiels weiter. "Den größten Fortschritt während der Saison haben wir in der Verteidigung des Pick and Rolls sowie bei den Rebounds gemacht", erklärt der Coach. Eines der größten Ziele, die Gegnerinnen bei unter 15 Punkten zu halten, erreichte das ÖBV-Team auch regelmäßig – nämlich 13-mal in 25 Saisonspielen auf der Women's Series beziehungsweise in der EM-Qualifikation. "Alles, was wir uns vorgenommen hatten, wurde von den Spielerinnen im Laufe der Saison immer besser und besser umgesetzt", war der 42-Jährige zufrieden. Auch abseits der Turniere wurde nichts unversucht gelassen, das nächste Level zu erreichen. So trainierte das Team unter anderem am deutschen Olympiastützpunkt Niedersachsen und holte sich in Scrimmages mit den deutschen Olympiasiegerinnen den perfekten Feinschliff für die heiße Saisonphase. Drei Top-3-Ergebnisse und erfolgreichste Saison Das zeigte sich dann auch in den Ergebnissen. In der zweiten Saisonhälfte stießen die ÖBV-Damen bei drei Stopps in Aserbaidschan – Sumgait (3.), Baku (2.) und Sea Breeze (3.) – jeweils zumindest bis ins Semi-Finale vor. Dabei schlug Rot-Weiß-Rot, das mittlerweile ohne die nach Oklahoma gewechselte Sina Höllerl und ohne die verletzte Stella Popp trainierte und spielte, Top-Nationen wie Spanien, Litauen und Olympia-Sieger Deutschland. Das sechste Jahr auf der stärksten 3x3-Turnierserie der Welt wurde, gemessen an den erspielten Punkten (308), auch das erfolgreichste seit der Gründung des 3x3-Programms. Durch die drei Top-3-Platzierungen am Kaspischen Meer schraubten die Österreicherinnen auch die Anzahl ihrer "Stockerlplätze" von zuvor vier (2021 bis 2025) auf sieben (2026) in die Höhe. In Baku spielten die 3x3-Damen – gemessen an den Siegen – überhaupt ihr bestes Turnier seit der Gründung. Vier Siege gelangen zuvor auf der Women's Series keinem österreichischen Team. Nur Rapid Bucharest vereitelte im Finale (12:17) den ersten rot-weiß-roten Titel auf höchster 3x3-Ebene. "Wir waren in dieser Saison schon nahe dran am allerersten Sieg auf der Women's Series. Ich glaube, dass es nächstes Jahr möglich ist, wenn wir weiter solche Fortschritte machen", erklärt Miletic. Verpasste EM-Qualifikation als kurzer Stolperstein auf dem Weg zu Olympia Den größten Rückschlag hatte Österreich Ende Juni zu verdauen, als unmittelbar nach dem Ausscheiden bei 3x3 VIENNA, die EM-Qualifikation misslang. Nach souveränen Auftritten gegen Großbritannien (16:10) und Griechenland (18:8) besiegelten die Niederlagen gegen Lettland (13:16) und die Ukraine (15:16) das Aus. Erstmals seit 2023 sind die Österreicherinnen damit beim wichtigsten Turnier Europas zum Zuschauen verdammt. Auf dem Weg zum ganz großen Ziel, der Qualifikation für die Olympischen Spiele Los Angeles 2028, soll der Ausrutscher maximal eine Fußnote bleiben. "Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen und vor allem den Fortschritten, die wir im Laufe der Saison gemacht haben. Wir müssen nun den nächsten Schritt machen, tougher werden, um regelmäßig auch die großen Teams zu schlagen", sagt Miletic. Auch das Fazit von ÖBV-Generalsekretär Aldin Saracevic fällt positiv aus: "Diese Saison zeigt eindrucksvoll, wohin sich unser 3x3-Damenteam entwickelt hat – drei Top-3-Platzierungen und die punktemäßig beste Women's-Series-Saison unserer Geschichte sprechen für sich. Diese Entwicklungskurve zeigt klar nach oben und wir sind zuversichtlich, dass wir auf dem langen Weg zu Olympia 2028 einen erfolgreichen ersten Schritt gesetzt haben."