Duell der Ungeschlagenen: Friedrich über Gmundens Chancen gegen den Meister Viermal haben die Swans bislang gewonnen, viermal war es knapp. Zuletzt drehten die Oberösterreicher beim 77:76 in St. Pölten einen Zehn-Punkte-Rückstand im Schlussviertel. Auch gegen Wels hatte Gmunden bereits einen deutlichen Rückstand aufgeholt. Für Friedrich sind die Erfolge vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: „Die Teamchemie funktioniert. Und ich glaube, dass die Rollenverteilung im Team heuer sehr klar ist, was es gerade am Anfang der Saison im Zusammenspiel natürlich leichter macht.“ Dass die Swans trotz ihrer makellosen Bilanz noch nicht am spielerischen Limit angekommen sind, ist dem 34-Jährigen bewusst. „Wir haben in vielen Bereichen noch viel Luft nach oben. Es waren ja doch alle vier Spiele sehr knapp. Ich glaube, wir haben bei vier Siegen insgesamt nur eine Punktedifferenz von plus zehn.“ Mit der bisherigen Entwicklung ist Friedrich dennoch zufrieden: „Taktisch und spielerisch haben wir sicherlich schon gute Ansätze. Wenn wir die jetzt noch besser umsetzen, müssen wir uns hoffentlich nicht in jedem Spiel so plagen.“ Klare Rollen unter Grassegger Einen wesentlichen Anteil am gelungenen Saisonstart schreibt Friedrich dem neuen Headcoach Stefan Grassegger zu. Dieser habe bereits bei der Zusammenstellung des Kaders großen Wert darauf gelegt, dass die Spieler auch charakterlich zusammenpassen. „Er hat von Anfang an sehr offen kommuniziert, sowohl mit den neuen Spielern als auch mit jenen, die schon länger da sind. Er hat klar gesagt, was er von ihnen erwartet und in welcher Rolle er sie sieht“, erklärt Friedrich. „Er setzt die Spieler dann auch so ein, dass jeder seine Stärken nutzen kann.“ Auch für den erfahrenen Spielmacher bringt das neue System Veränderungen mit sich. Grassegger versuche, ihn durch bestimmte Spielzüge etwas vom Ball zu entlasten. In der Praxis sei das angesichts der engen Partien allerdings noch nicht immer gelungen. „Gegen Wels und Klosterneuburg waren es, glaube ich, jeweils 34 oder 35 Minuten, in denen ich auch sehr viel am Ball war und viel kreieren musste.“ Mit durchschnittlich 17,25 Punkten und 7,75 Assists zählt Friedrich dennoch zu den auffälligsten Spielern der bisherigen Saison. An der Fitness allein liege der starke individuelle Saisonstart jedoch nicht. „Fit habe ich mich in den letzten Jahren eigentlich meistens gefühlt. Natürlich hilft mittlerweile auch die Erfahrung, die ich über die Jahre sammeln konnte. Ich habe in der Liga schon alles gesehen.“ Dazu komme, dass viele Mannschaften zunehmend auf junge Spieler setzen. „Das ist natürlich ein Vorteil für mich, weil ich mit meiner Erfahrung gewisse Situationen schon sehr gut erkennen kann.“ Gegen Bulls: „Wir müssen ihnen das Tempo aus dem Spiel nehmen“ Am Samstag wartet auf die Swans ein Gegner, der seine bisherigen Aufgaben deutlich souveräner gelöst hat. Kapfenberg gewann alle fünf Ligaspiele mit einer durchschnittlichen Differenz von 20 Punkten und stellt mit 98,6 Punkten pro Partie die stärkste Offensive der BSL. Auch international waren die Bulls zuletzt erfolgreich, mussten beim 108:83 gegen BK Liepāja allerdings einen schweren Rückschlag hinnehmen: Zaccheus Darko-Kelly zog sich eine Knieverletzung zu und fällt für den Rest der Saison aus. An Friedrichs Einschätzung des Titelverteidigers ändert das wenig. „Ich glaube, dass Kapfenberg momentan sicherlich das stärkste Team in der Liga hat, wenn man sich die Ergebnisse anschaut und auch, wie sie ihre Spiele bestreiten.“ Besonders beeindruckt zeigt sich der Gmundner von der Ausgewogenheit des Kaders. „Sie sind offensiv sehr stark, aber man muss auch sagen, dass sie defensiv sehr physisch spielen und viel Druck machen. Bei der Rollenverteilung und der Legionärsauswahl passt eigentlich fast alles zusammen. Sie haben alles, was sie brauchen.“ Um dem Meister die erste Saisonniederlage zuzufügen, müsse Gmunden vor allem dessen Spielrhythmus stören. „Für uns wird es wichtig sein, mit diesem Druck und dieser Physis gut umzugehen und uns offensiv nicht aus unserem Konzept bringen zu lassen. Wir müssen uns dem entgegenstellen und selbst von Anfang an intensiv und physisch agieren.“ Defensiv fordert Friedrich Konstanz über die gesamte Spielzeit. „Wir wollen Kapfenberg möglichst oft in der Halbfeldoffensive halten, die einfachen Körbe verhindern und ihnen so ein bisschen das Tempo aus dem Spiel nehmen.“ Ein Vorteil sei jedenfalls der Heimvorteil im Raiffeisen Sportpark: „Wir wollen das Tempo selbst vorgeben und nicht Kapfenberg bestimmen lassen.“