Meldung vom 02.03.2026
Am Sonntag hat in Wien das Basketball Austria Mid Season Meeting stattgefunden. Dies ist neben dem Pre Season Meeting die zweite verpflichtende Clinic für alle ÖBV Officials. Dabei wurden in einem ganztägigen Workshop Vorgaben und Guidelines der FIBA und des ÖBV kommuniziert sowie Video-Clips zu jenen Segmenten analysiert, die zuvor von den österreichischen Observern als jene Bereiche definiert wurden, in welchen derzeit der größte Verbesserungsbedarf besteht.
Zum mittlerweile vierten Mal in Folge unterstützte das FIBA Europe Referee Department die Fortbildungsveranstaltung: nachdem FIBA Europe Referee Manager Davorin Nakic bereits am Basketball Austria Cup Final Four Anfang Jänner 2026 teilgenommen hatte, wurden nun die FIBA Europe Referee Instructors Sinisa Herceg aus Kroatien und Andrej Jelen aus Slowenien nach Österreich entsandt, um mit den heimischen Referees zu arbeiten. 47 Schiedsrichter:innen sowie fünf Observer und Kommissare nahmen an der Veranstaltung teil.
Deep Dive von Herceg & Jelen
Zu Beginn behandelte Herceg in seinen Präsentationen die Themen „process the play“ und „high quality decision making“, das Spannungsfeld „unsportsmanlike foul vs. personal foul“, vor allem in fast breaks und transitions sowie den Bereich „foul in act of shooting or before“. Jelen sprach in seinem Beitrag über „block/charge/flop“ und über „screening – legal and illegal“.
Nach dem Input der Referenten mit einem Reminder über die jeweils anwendbaren FIBA Guidelines und Protocols erhielten die Referees den Auftrag, in kleineren break-out groups Video-Clips aus den österreichischen Ligen zu den oben genannten Themen gemeinsam zu analysieren. Bei Fehlentscheidungen wurde großer Wert darauf gelegt zu evaluieren, wie diese Fehler zustande gekommen sind, da die Ursachen meist in falscher Positionierung oder Missachtung der Zuständigkeitsbereiche zu finden sind. Die Ergebnisse wurden anschließend von den Gruppen dem Plenum präsentiert. Die FIBA Referee Instructors stellten schließlich die offizielle Auflösung inklusive ausführlicher Begründung vor, sodass alle Referees ein klares Bild von der gewünschten Interpretation und der korrekten Beurteilung hatten. Erklärtes Ziel war es, dass die Schiedsrichter:innen durch dieses take away ähnliche Situationen einheitlich und gemäß der FIBA Richtlinien beurteilen und so eine höhere Entscheidungsqualität und Konsistenz erreichen.
Umfangreiches Fachwissen
Sinisa Herceg und Andrej Jelen zeigten sich beeindruckt über die äußerst aktive Beteiligung der österreichischen Referees und bescheinigten ihnen umfangreiches Fachwissen. Sie betonten, dass die durchgehende Zusammenarbeit mit der FIBA Europe während der letzten Jahre und die daraus folgende Weiterentwicklung der Referees deutlich sichtbar seien.
Basketball Austria Vizepräsident und Schiedsrichterreferent Christoph Rohacky stellte in seinem Beitrag Nachschärfungen bei den Observings und Self Evaluations der win2day Basketball Superligen in Aussicht und erläuterte, dass die Performances sowie die Compliance mit den Vorgaben in den Bereichen Kriterien, Verhalten (Behaviour) und Mechanics/Zuständigkeiten noch stärker überwacht werden und dass bei gröberen oder längerfristigen Abweichungen Konsequenzen im Bereich der Ansetzungen zu erwarten sind.
„In einem der qualitativ hochwertigsten Meetings der jüngeren Vergangenheit haben wir eindrucksvoll gesehen, dass das Level der österreichischen Spitzen-Referees vergleichsweise hoch ist. Alle Schiedsrichter:innen legen reichlich Commitment und Motivation an den Tag – nun müssen wir die vorhandene Expertise in konsistente und gleichmäßige Beurteilung der Situationen auf dem Spielfeld ummünzen. Durch die exzellenten Inputs der Referenten sowie die intensive Begleitung der Schiedsrichter:innen mit Spielbeobachtungen und Coachings werden wir Schritt für Schritt unseren Service für die österreichischen Vereine verbessern. Wir sind daher der FIBA und insbesondere FIBA Executive Director Europe, Kamil Novak, sehr dankbar für die wirtschaftliche und organisatorische Unterstützung und die Ermöglichung solcher großartigen Fortbildungsveranstaltungen“, so Christoph Rohacky.
Abgerundet wurde das Programm durch ein gemeinsames Mittagessen und mehrere Pausen, die zum offenen Austausch von Erfahrungen dienten. Schließlich konnten alle Beteiligten auf eine konstruktive Fortbildungsmaßnahme zurückblicken, die von großem Interesse, intensiver Arbeit und wertschätzendem Umgang geprägt war und von der jede:r Schiedsrichter:in für sich selbst für die restliche Saison etwas mitnehmen konnte.