Meldung vom 21.08.2026
Die FIBA hat ihre „Official Basketball Rules 2026“ veröffentlicht. Das überarbeitete Regelwerk tritt mit 1. Oktober 2026 in Kraft und bringt einige durchaus grundlegende Neuerungen. Besonders deutlich fällt die Überarbeitung bei Technischen und Unsportlichen Fouls aus: Künftig wird stärker nach Art und Schwere eines Vergehens unterschieden.
Eine der auffälligsten Neuerungen betrifft das bisherige Unsportliche Foul. Die FIBA führt künftig zwei unterschiedliche Kategorien ein: das „Disruptive Foul“ für weniger schwerwiegende Vergehen und das „Flagrant Foul“ für gravierende Aktionen.
Das „Disruptive Foul“ soll vor allem taktische Fouls erfassen, mit denen der Spielfluss bewusst unterbrochen wird – etwa einen unnötigen Kontakt ohne legitimen Versuch, den Ball zu spielen, um einen Gegenangriff zu stoppen. Auch bestimmte Fouls von hinten oder seitlich gegen einen frei zum Korb ziehenden Spieler fallen darunter. Anders als das bisherige Unsportliche Foul trägt ein „Disruptive Foul“ allerdings nicht zu einer automatischen Spieldisqualifikation bei.
Für ein „Disruptive Foul“ erhält der gefoulte Spieler Freiwürfe, anschließend bleibt die angreifende Mannschaft in Ballbesitz. Befand sich der Spieler nicht in der Wurfaktion, sind es zwei Freiwürfe.
Das neue „Flagrant Foul“ ist dagegen für deutlich schwerwiegendere Aktionen vorgesehen. Dazu zählen basketballuntypische Aktionen sowie rücksichtsloses, gewalttätiges oder gefährliches Vorgehen und übertrieben harter Kontakt. Zwei „Flagrant Foul“ führen weiterhin zur Spieldisqualifikation.
Zwei Kategorien bei Technischen Fouls
Auch beim Technischen Foul wird künftig differenziert. Kategorie 1 umfasst schwerwiegenderes Fehlverhalten – beispielsweise respektlosen Umgang mit Schiedsrichtern, Provokationen, übertriebenes Schwingen der Ellbogen oder das Vortäuschen eines Fouls. Diese Fouls können weiterhin zu einer Spieldisqualifikation beitragen.
Kategorie 2 ist für weniger gravierende beziehungsweise administrative Vergehen vorgesehen, etwa bestimmte Formen der Spielverzögerung. Sie tragen nicht zu einer Spieldisqualifikation bei. Damit soll verhindert werden, dass ein Spieler aufgrund einer Kombination vergleichsweise geringfügiger Vergehen vorzeitig vom Spiel ausgeschlossen wird.
Eine Spieldisqualifikation erfolgt künftig unter anderem nach zwei Technischen Fouls der Kategorie 1, zwei Flagrant Fouls oder einer Kombination aus einem Technischen Foul der Kategorie 1 und einem Flagrant Foul.
Wurfaktion genauer definiert
Neu gefasst wird außerdem die Frage, wann sich ein Spieler tatsächlich in der Wurfaktion befindet. Damit reagiert die FIBA unter anderem auf Situationen, in denen Spieler nach einem Foul versuchen, nachträglich eine Wurfbewegung anzuhängen.
Bei einem Sprungwurf beziehungsweise Wurf aus der Bewegung beginnt die Wurfaktion künftig, wenn der Spieler Schultern und Ball nach oben in Richtung Korb bewegt. Beim Zug zum Korb beginnt sie grundsätzlich mit der Ballaufnahme nach dem Dribbling bzw. wenn der Ball gefangen und die Bewegung zum Korb fortgesetzt wird.
Mehr Möglichkeiten werden Schiedsrichter und Head Coaches künftg zudem beim Instant Replay haben. Mehr Infos dazu sowie genaue Ausführungen zu allen Regelanpassungen stellt die FIBA hier zur Verfügung. Die neuen „Official Basketball Rules“ treten mit 1. Oktober 2026 in Kraft. In Österreich werden die neuen Regeln bereits mit Saisonbeginn 2026/2027 umgesetzt.