Meldung vom 06.04.2026
FIBA Europe Deputy Referee Manager Manuel Mazzoni aus Italien war auf Einladung von ÖBV Vizepräsident und Schiedsrichterreferent Christoph Rohacky während der Karwoche auf Antrittsbesuch in Wien. Er soll in den kommenden Monaten von Davorin Nakic aus Kroatien, der sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, die Agenden des europäischen Schiedsrichter-Direktors übernehmen.
Der Besuch führte nicht zufällig nach Österreich: zum einen sieht die FIBA Europe die Arbeit im österreichischen Schiedsrichterwesen sehr positiv. Nach dem Basketball Austria Cup Final-4 Anfang Jänner, bei dem Davorin Nakic persönlich anwesend war, und dem ÖBV-Mid-Season-Meeting Anfang März, das zwei internationale Referee Instructors der FIBA als Referenten gestaltet hatten, betonte der scheidende Referee Boss, dass Österreich als eines der Musterbeispiele für Europa gelte, da es in den vergangen Jahren gelungen sei, im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten in einem kleinen Land eine deutliche Weiterentwicklung der Referees zu erreichen und sechs Referees (drei Damen und drei Herren) und zusätzlich drei Kommissare und einen Referee Instructor auf die Liste der FIBA Officials zu bringen, die regelmäßige Ansetzungen in europäischen Bewerben erhalten.
„Die österreichischen Referees sind bereit zu lernen und wollen sich an den internationalen Standards orientieren, daher möchte ich unser volles Commitment zur Unterstützung des Basketball Austria Referee Departments selbstverständlich erneuern“, so Mazzoni im Rahmen eines Austausches mit Rohacky. Es wurde vereinbart, dass zu den nächsten Pre- und Mid-Season-Meetings der heimischen Officials wieder Referent:innen des FIBA Europe Referee Departments entsandt werden, und dass zwei FIBA Observer gemeinsam mit den österreichischen Beobachtern die Schiedsrichterleistungen in Österreich evaluieren und den Referees Feedback und Coaching geben werden – um neue Talente zu scouten und zu fördern, aber auch um fehlerhaften Entwicklungen entgegen zu wirken, Konsequenzen zu ziehen bei wiederholten Performances, die nicht dem erwarteten Level gerecht werden, und um letztendlich eine konsistente Service-Leistung für die Vereine sicherzustellen.
FIBA Camp for Potential National Referees zum dritten Mal in Wien
Mazzoni besuchte drei Tage lang das FIBA Camp for Potential National Referees (kurz PNR Camp). Diese für die FIBA bedeutende Veranstaltung, bei der die zukünftigen FIBA Referees für die nächste Lizenzperiode aus allen 52 europäischen Mitgliedsverbänden selektiert werden, konnte von Rohacky nach Österreich geholt werden und fand heuer zum dritten Mal in Folge im Rahmen des von Peter Krappel veranstalteten Basketball Wien Osterturniers, des größten Nachwuchsturniers Mitteleuropas, statt. Österreich wurde dort von den Prospect Referees Kushtrim Dvorani und Aurora Wörzner vertreten, die von den anwesenden Instruktoren hervorragende Beurteilungen erhielten und in den kommenden Jahren den Kreis der österreichischen FIBA Officials erweitern sollen.
Der Italiener zeige sich von der Größe des Turniers und vor allem von der Organisation und der professionellen Arbeit mit den Referees beim Osterturnier und im ÖBV beeindruckt. „Ich freue mich zu sehen, wie viel Energie hier in die Entwicklung junger Referees investiert wird – vom Mini-Schiedsrichter-Projekt über einheitliche Online-Schiedsrichterkurse in Modul-Form bis zu den Top Referees. Sie erhalten neben einer fundierten Ausbildung die Möglichkeit, rasch Spielerfahrung zu sammeln und eine klare Perspektive, wie ihr Karriereweg als Schiedsrichter:in aussehen kann. Bei einer derart heterogenen Gruppe, was Alter und Erfahrung betrifft, dauert es stets eine Weile, bis sich auf allen Ebenen Entscheidungsqualität und Konsistenz stabilisieren, wir sehen jedoch, dass sowohl das Management als auch die Schiedsrichter:innen selbst sehr hart arbeiten, kritikfähig sind und sich weiter entwickeln wollen. Es geht nur Schritt für Schritt – national und international. Das Mindset ist entscheidend – und hier sehe ich Österreich als verlässlichen Partner sowie die Schiedsrichter:innen selbst auf dem richtigen Pfad. Daher bleiben sowohl das PNR Camp in Wien als auch unser Support für die österreichischen Referees bestehen, und wir werden unsere erfolgreiche Zusammenarbeit durch gezielte Projekte, etwa im kommenden Sommer speziell für weibliche Referees, weiter ausbauen.“ fasste Manuel Mazzoni seine Eindrücke nach seinem ersten Österreich-Besuch in seiner neuen Rolle zusammen.
