Meldung vom 28.05.2026
Am Montag startet das Herren-Nationalteam mit den Spielen gegen Madagaskar und Australien in die FIBA 3x3 Weltmeisterschaft 2026 in Warschau (1. bis 7. Juni). Nico Kaltenbrunner, Fabio Söhnel, Quincy Diggs und Toni Blazan können sich beim wichtigsten Turnier des Jahres jedenfalls keinen Fehlstart leisten, denn mit Weltmeister Spanien und dem Weltranglisten-Ersten aus Serbien warten am Mittwoch zum Abschluss der Gruppenphase gleich zwei Medaillenfavoriten. Gerade rechtzeitig vor dem Showdown in Polen befinden sich die 3x3-Herren aber wieder im Aufwind. "Unsere Formkurve zeigt wieder klar nach oben", sagt WM-Rückkehrer Kaltenbrunner. Der St. Pöltner betritt zum ersten Mal nach 2023 wieder die größte 3x3-Bühne. "Alle Spieler sind fit. Konstanz, Energie und Emotion sind zurück. Wir finden langsam wieder zu unserer Identität."
"Man merkt auf dem 3x3-Circuit, dass die WM unmittelbar bevorsteht. Auch bei uns im Training haben Intensität und Fokus noch einmal zugenommen", unterstreicht Kaltenbrunner vier Tage bevor das ÖBV-Quartett die Vienna-Jerseys wieder gegen jene des Nationalteams tauscht.
"Es bedeutet uns als Mannschaft extrem viel, Österreich auf der größten Bühne vertreten zu dürfen und Vollgas zu geben", so der MVP der Europameisterschaft 2024, der vor seinem ersten WM-Einsatz seit dem "Heimspiel" auf dem Wiener Rathausplatz 2023 steht. 2024 fand kein WM-Turnier statt, im Vorjahr stand der 26-Jährige nicht im Aufgebot. "Ich freue mich, dass ich wieder bei der Weltmeisterschaft dabei bin. Die Heim-WM 2023 war nach der erfolgreichen EM 2024 das größte Turnier in meiner sportlichen Karriere. Die Emotionen kann man mit nichts vergleichen und ich freue mich, dass ich dieses Gefühl wieder mit den Jungs teilen kann. Es wird ein emotionales Turnier."
Mit Blazan und ansteigender Formkurve in die WM
Trotz des EM-Titels 2024 und Platz zehn in der Weltrangliste gehen die rot-weiß-roten Basketballer einmal mehr nicht als Medaillenfavoriten in den World Cup in Warschau. Im Vorjahr gab's Rang elf und mit den Knieverletzungen von Matthias Linortner (Kreuzband) und Toni Blazan (Meniskus) den Beginn einer Verletzungsmisere, die über Monate anhielt. Während Linortner erst in einigen Wochen zurückerwartet wird, steht Blazan wieder voll im Saft. Der Salzburger zählte in den vergangenen zwei Wochen beim fünften Platz in Zadar (World Tour) und beim Sieg in Stockerau (Quest) zu den Leistungsträgern.
Blazan ist damit gewissermaßen auch Sinnbild für den aktuellen Zustand des einzigen heimischen 3x3-Profi-Teams. Die Formkurve zeigt klar nach oben. Die Gründe seien vielschichtig, wie Kaltenbrunner erklärt. "Alle Spieler sind wieder fit. Konstanz, Energie und Emotion sind zurück. Wir finden langsam wieder zu unserer Identität."
"Einer der wichtigsten ersten Turniertage überhaupt"
Los geht das WM-Turnier für Österreich am Montag gegen Madagaskar (17:55 Uhr, alle Spiele live in ORF Sport+) und gegen Australien (21:10 Uhr). Im Kampf um den Einzug in die K.o.-Phase sind zwei Siege fast Pflicht. Das weiß auch Kaltenbrunner. "Es ist einer der wichtigsten ersten Turniertage überhaupt. Die zwei Gegner müssen wir schlagen, wenn wir ins Viertelfinale wollen. So eine Chance dürfen wir nicht herschenken."
Die Top-3 jeder Gruppe steigen auf, wobei nur die Gruppensieger direkt in die Runde der letzten Acht einziehen und die übrigen Aufsteiger ins "Play-in" müssen. Ohne "Extrarunde" ins Viertelfinale wollen in Gruppe B auch noch Titelverteidiger Spanien und sechsfach Champion Serbien. Österreich bekommt es am Mittwoch zunächst mit den Weltmeistern (19:20 Uhr) und anschließend mit den Weltranglisten-Ersten (21:35 Uhr) zu tun. "Die Gruppe ist tough. Wir haben aus jedem Topf die schwerste Mannschaft bekommen", sagt Kaltenbrunner.
Edelmetall bei einer WM fehlt in der Erfolgsgeschichte des heimischen Halbfeld-Basketballs noch. Dabei wäre es an der Zeit. "Eine WM-Medaille kann eine ganze 3x3-Nation auf ein neues Level katapultieren, das hat man im Vorjahr in Spanien und der Schweiz (Bronze; Anm.) gesehen. Auch wir können überraschen und immer an guten Tagen gegen jeden Gegner gewinnen – das hat sich nicht verändert."