Meldung vom 07.05.2026
Am vergangenen Wochenende startete mit dem Opener im chinesischen Chengdu die neue Saison der FIBA 3x3 Women's Series. Österreichs Damen-Nationalteam greift in zwei Wochen beim Stopp in Shanghai erstmals ins Geschehen auf der größten und wichtigsten Turnier-Serie der Welt ein. Nach den großen Erfolgen des Vorjahres mit vier Top-6-Platzierungen, darunter der zweite Platz in Bordeaux, hat die ÖBV-Auswahl sprichwörtlich „Blut geleckt“. Mit Sina Höllerl, Sigi Koizar, Anja Fuchs-Robetin, Alexia Allesch, Simone Sill und Stella Popp bilden sechs heimische Top-Spielerinnen das Aufgebot für den 3x3-Sommer 2026 – und darüber hinaus.
Denn gemeinsam mit diesem Sextett hat Basketball Austria auch gleich die Weichen in Richtung Olympia 2028 gestellt. Wie bei den männlichen Kollegen ist die Qualifikation für Los Angeles das oberste Ziel der Österreicherinnen. Unter Neo-Coach Predrag Miletic, der vom Herren-Team zu den Damen wechselte, sollen Fuchs-Robetin & Co. zunächst bei 3x3 VIENNA presented by win2day, dem Saisonhighlight auf dem Wiener Heumarkt, aufzeigen. Auch die neuerliche Qualifikation für die 3x3-Europameisterschaft ist für 2026 angepeilt.
Trainingsauftakt für das Miletic-Team ist am 7. Mai im Happyland Klosterneuburg. Wie im Vorjahr schlagen die 3x3-Damen ihre Zelte neuerlich in der Stiftsstadt auf.
Sina Höllerl, Sigi Koizar, Anja Fuchs-Robetin, Alexia Allesch und Simone Sill gehörten schon 2025 und teilweise in den Jahren davor zum 3x3-Aufgebot von Basketball Austria. Mit der 24-jährigen Stella Popp, die bereits im Rahmen der FIBA 3x3 Nations League für Nachwuchsteams aufzeigte, fanden die Verantwortlichen eine perfekte Ergänzung zum eingespielten Stammpersonal.
"Es ist für die Kontinuität extrem wichtig, dass das Team größtenteils zusammengeblieben ist. So müssen wir diesen Sommer nicht wieder bei null anfangen", begrüßt Anja Fuchs-Robetin den eingeschlagenen Weg. "Wir haben zusammen bereits große Fortschritte gemacht – vor allem in der vergangenen Saison. Darauf können wir jetzt weiter aufbauen."
Olympia-Traum steht über allem
Der Teamgeist und die 3x3-Erfahrung sind jedenfalls wichtige Startvorteile, die die Österreicherinnen gut gebrauchen können, wenn sie nun wie jedes Jahr am Ende der 5-gegen-5-Saison auf das Halbfeld "umsteigen". Schon fünf Tage nach dem ersten Zusammentreffen des Teams erfolgt der Abflug zum Women's Series-Event in Shanghai, wo mit den Niederlanden (1.), Kanada (2.), Ulaanbaatar (5.) und Tschechien (10.) gleich vier Top-10-Teams der aktuellen Weltrangliste am Start sind.
Gegen die besten der Welt muss sich die rot-weiß-rote Auswahl (FIBA-14.) in den kommenden Jahren laufend behaupten, wenn das angestrebte Ziel einer Olympia-Teilnahme in Los Angeles 2028 Realität werden soll. "Der Olympia-Traum ist riesig. Wir ordnen diesem Ziel alles unter und geben sehr viel dafür auf, in Los Angeles dabei zu sein", so Fuchs-Robetin. Gemeinsam mit der Verbandsspitze haben die Spielerinnen sich deshalb auf eine langfristige Zusammenarbeit für die Sommermonate der kommenden drei Jahre geeinigt. "Dass wir die Möglichkeit bekommen haben, uns von nun an jeden Sommer voll auf 3x3 fokussieren zu können, ist nicht selbstverständlich", so die erfahrene Nationalspielerin, die im Gegenzug sich und ihre Teamkolleginnen in die Pflicht nimmt. "Es wird sehr schwierig, es zu Olympia zu schaffen. Es kann nur gelingen, wenn wir uns die kommenden zweieinhalb Jahre voll reinhängen."
Seitens des Österreichischen Basketballverbandes blickt man vor dem Trainingsstart positiv und vor allem zuversichtlich auf die kommenden 3x3-Jahre. „Wir haben mit diesem Team und dem neuen Coach eine klare Vision bis 2028. Die Kombination aus Kontinuität, Qualität und langfristiger Planung gibt uns die Überzeugung, dass wir mit dem Damen-Nationalteam den nächsten Schritt machen und den Weg Richtung Olympia erfolgreich gestalten können“, betont ÖBV-Generalsekretär Aldin Saracevic.
"Offene Rechnung" mit Heimturnier in Wien
Das erste große Saisonhighlight für Anja Fuchs-Robetin & Co. ist das Heimturnier auf dem Wiener Heumarkt. Mit 3x3 VIENNA presented by win2day (12. bis 14. Juni) gilt es eine "offene Rechnung" zu begleichen, war es doch das einzige Turnier auf der Women's Series im Jahr 2025, bei dem die ÖBV-Damen bereits in der Gruppenphase die Segel streichen mussten. "Mit dem Turnier in Wien haben wir noch eine Rechnung offen. Schade, dass wir ausgerechnet vor unseren Heimfans das schlechteste Ergebnis des Jahres eingefahren haben. Wir wollen diesmal zumindest ins Viertelfinale und uns von der ‚Crowd‘ tragen lassen."
In Vorbereitung auf das Mega-Event bestreiten die heimischen Damen zwei regionale Turniere in Stockerau (im Rahmen der 3x3 Tour Austria) und Pezinok (SVK), sowie die 1. Österreichische 3x3-Staatsmeisterschaft am 4./5. Juni am Wiener Rathausplatz. Direkt im Anschluss an 3x3 VIENNA presented by win2day geht's dann gleich zum nächsten Saisonhighlight. In Bukarest spielen Österreichs Damen am 16./17. Juni um die neuerliche Qualifikation für die 3x3-Europameisterschaft, die von 11. bis 13. September in Antwerpen stattfindet. "Wir wollen endlich einmal ein Event auf der Women's Series gewinnen. Das Potenzial haben wir", unterstreicht Fuchs-Robetin.
Nicht nur die Spielerinnen zeigen sich voller Tatendrang. Auch Coach Predrag Miletic, der seinem Landsmann Njegos Milovic nachfolgt, geht motiviert an seine neue Aufgabe heran. "Unser Team hat großes Potenzial, braucht aber Zeit, um in den Wettkampfrhythmus zu finden. Mit harter Arbeit, klarer Struktur und starken Turnieren wollen wir unser Niveau steigern und den Weg zu Olympia ebnen", so der Trainer, der zuletzt die 3x3-Herren betreute. In einem ersten Schritt gehe es jetzt vor allem darum, "intensiv an klaren Abläufen zu arbeiten, die Philosophie zu verinnerlichen und den Spielrhythmus zu finden", sagt Miletic.