Meldung vom 06.08.2026
Österreichs 3x3-Star Matthias Linortner gibt am Samstag beim Finale der 3x3 Tour Austria am Wiener Hauptbahnhof sein Comeback im Trikot des Team Vienna. 410 Tage nach seinem bei der WM 2025 in der Mongolei erlittenen Kreuzbandriss kehrt der 29-Jährige damit ausgerechnet beim Top-Event in seiner Wahlheimat auf den Court zurück. "Ich freue mich unglaublich darauf, nach all den einsamen Trainingseinheiten im Kraftraum und dieser langen Zeit wieder mit den Jungs am Feld zu stehen und einen Bewerb zu spielen. Mein Comeback zu Hause in Österreich zu feiern und in dieser Saison noch vor Freunden und Bekannten auflaufen zu können, macht die Rückkehr umso schöner", sagt "Matty Ice", der gemeinsam mit Toni Blazan, Enis Murati und Nico Kaltenbrunner auf die Jagd nach dem Startplatz für das Masters in Deqing (China) geht. "Nach den durchwachsenen Ergebnissen der vergangenen Wochen dürfen wir uns nichts mehr erlauben. Wir müssen noch einen Zahn zulegen", wartet der Oberösterreicher gleich mit einer Kampfansage auf.
Am 24. Juni 2025, beim 17:13-Sieg über Frankreich im zweiten Gruppenspiel der 3x3-WM in der Mongolei, stand der langjährige Nationalspieler zuletzt in einem offiziellen Match auf dem (Halb-)Feld. Seither stand bei Linortner harte Aufbauarbeit auf dem Programm – und viel Geduld. "Das Knie fühlt sich super an, wir haben es bestens auftrainiert. Die Mobilität ist super, die Kraftwerte ebenfalls. Eine Rückkehr wäre sogar noch früher möglich gewesen, aber in Absprache mit dem Medical Staff und dem Verband war klar, dass wir es diesmal noch ruhiger angehen lassen."
Schon unmittelbar vor seinem Kreuzbandriss setzte Österreichs 3x3-Aushängeschild rund zehn Monate aus. Am 14. Juli 2024 zog er sich beim Masters-Titel in Almaty einen Achillessehneeinriss zu, der ihn 307 Tage außer Gefecht setzte. Diesmal soll das Comeback von längerer Dauer sein. Seit rund einem Monat ist der 1,97m-Mann voll in den Trainingsbetrieb integriert. "Jetzt geht es darum, Spielroutinen, Automatismen und Spielkondition zurückzubekommen."
Das Finalturnier der 3x3 Tour Austria eigne sich zum Wiedereinstieg besonders gut, so Linortner. "Die Reisestrapazen fallen weg, ich kann mich voll und ganz auf die Matches konzentrieren." Dass der Comeback-Termin ausgerechnet auf das Heim-Event am Hauptbahnhof fällt, sei im Vorfeld nicht geplant gewesen, "aber ich hätte mir kaum einen schöneren Ort wünschen können. Es ist etwas Besonderes, wieder vor Freunden und Bekannten aufzulaufen. Dass ich nach dem verpassten World-Tour-Masters nun doch noch die Gelegenheit bekomme, in Wien zu spielen, ist ein kleines Zuckerl."
Rambazamba am Hauptbahnhof
Auch wenn Schattenplätze vor der BahnhofCity am Hauptbahnhof rar sein dürften, fiebert "Matty Ice", so der Spitzname Linortners auf der FIBA 3x3 World Tour, dem Turnier entgegen. "Die Location hat Potenzial, weil viel Laufkundschaft vorbeikommt. Hoffentlich haben die Leute keinen Reisestress und bleiben ein bisschen." Auszahlen würde es sich, denn am Samstag und beim Damen- und U21-Finale am Sonntag warten (jeweils ab 13:00 Uhr) coole Beats, kühle Drinks und Gewinnspiele auf die Fans. Am Samstag um 19:30 Uhr legt das angesagte Wiener DJ-Duo MÖWE live auf.
Sportlich geht das Team Vienna mit Linortner, Nico Kaltenbrunner, Enis Murati und Toni Blazan als Top-Favorit ins Final-Event von Österreichs größter 3x3-Turnierserie. Aber: "Mit einer Zielscheibe am Rücken in das Turnier reingehen, bedeutet auch einen gewissen Druck", so Linortner.
Nicht nur die Top-Teams der Tour-Gesamtwertung – von den 3x3 Wolves über 3x3 Tulln bis hin zu 3x3 Klosterneuburg und 3x3 Stock City (Stockerau) – sondern auch einige toughe Wildcard-Seeds wollen den Wienern den Titel streitig machen. So spielen Linortners Vienna-Teamkollegen Fabio Söhnel und Steven Kaltenbrunner mit den Nachwuchs-Assen Janis Tomaschek und Elias Wlaschak für das Team St. Pölten. "Wir sind der Favorit und haben die Qualität, das nach Hause zu spielen", gibt sich Linortner dennoch siegessicher.
Team Vienna muss Ergebnisse liefern
Die Formkurve von Österreichs einzigem 3x3-Profi-Team zeigte zuletzt jedoch eher nach unten – zumindest was die Ergebnisse betrifft. Die jüngsten drei Versuche, sich auf Challenger-Ebene für eines der wenigen Masters-Turniere zu qualifizieren, scheiterten. "Wir haben in den vergangenen Wochen super trainiert, aber als Sportler wirst du an Ergebnissen gemessen", so Linortner. "Es gibt nicht mehr viele Möglichkeiten, World-Tour-Punkte zu sammeln, deshalb dürfen wir uns nichts erlauben."
Für den Sieger des Tour-Finales der Herren liegt ein Ticket für das World-Tour-Masters im chinesischen Deqing (26./27. September) bereit. "Wir müssen eben noch einen Zahn zulegen!"