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Meldung vom 05.03.2026

ABA League: BC Vienna zu Gast in Čačaks Basketballhochburg

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Nach dem Länderspielbreak ist vor der ABA League – und für BC Vienna beginnt in Runde zwei des Play-Outs eine Phase, in der Rechnen wenig bringt und Siege alles bedeuten. Nach dem Heimerfolg gegen KK Ilirija im Dome wollen die Wiener nun auch auswärts bei KK Borac Čačak nachlegen, um ihre Chancen auf das Play-In zu wahren. Jeder Schritt zählt jetzt doppelt.

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Die Unterbrechung durch das Nationalteamprogramm brachte unterschiedliche Belastungen mit sich. Während Aron Stazić im österreichischen Herren-Nationalteam debütierte und die Wege zwischen Wien und Den Haag vergleichsweise kurz blieben, legten Sammy Hunter mit den Bahamas sowie Souley Boum mit Guinea im Rahmen der Qualifiers für den FIBA World Cup 2027 deutlich längere Reisedistanzen zurück.

Der Rest der Mannschaft nutzte die spielfreien Tage zur Regeneration. Bis auf Gregor Glas, der seine Reha weiterhin in Zagreb absolviert, kann Head Coach Mike Coffin auf den gesamten Roster zurückgreifen. Auch Kapitän Rašid Mahalbašić kam die spielfreie Phase gelegen, um seiner zuletzt stark beanspruchten Schulter etwas Entlastung zu verschaffen.

Eine Stadt mit Basketball-DNA

Für Vienna führt der Weg in dieser Woche über Belgrad weiter nach Westserbien, nach Čačak. Und damit an einen Ort, an dem Basketball mehr ist als nur ein Termin im Spielplan. Wer sich jemals mit der Geschichte des Basketballs auf dem Balkan beschäftigt hat, kommt an Čačak nicht vorbei.

In Čačak definiert nicht die Tabelle die Bedeutung eines Spiels, sondern die Identität. Keine riesige Arena, kein großes Budget, kein Glamourfaktor, aber etwas, das über Jahrzehnte gewachsen ist: Basketball-DNA.

Hier wuchs der Olympiasieger, Welt- und Europameister sowie FIBA-Hall-of-Famer Dragan Kićanović auf. Hier prägte Radmilo Mišović als Symbolfigur des Borac-Geistes eine Ära. Hier machte ein junger Željko Obradović seine ersten Schritte, bevor er zum erfolgreichsten Trainer Europas wurde. Auch der „Professor“ Aleksandar Nikolić wirkte an dieser Spielstätte, und selbst Miloš Teodosić nutzte Borac als Sprungbrett für seine spätere herausragende Karriere.

Trainer- und Spielertradition bis heute

Man könnte durchaus argumentieren, dass Čačak ein Ort der Trainer-Elite ist. Neben Obradović stammen auch Partizan-Assistant-Coach Aca Matović, Spartak-Coach Vlada Jovanović sowie Darko Rajaković, Head Coach der Toronto Raptors, aus dieser Stadt, die einst vor allem für ihre Industrie bekannt war.

Doch nicht nur an der Seitenlinie, auch auf dem Parkett setzt sich diese Tradition fort: Serbiens Nationalspieler Aleksa Avramović, bekannt für seine defensive Intensität, wurde, wie könnte es anders sein, in Čačak geboren und trägt die Basketballschule Čačaks in die Gegenwart.

Während Europas Basketball-Mekka Belgrad laut, politisch und intensiv ist, erscheint das bodenständige Čačak im Vergleich dazu still und elegant. In einer Stadt mit 70.000 Einwohnern, eingebettet zwischen der Westlichen Morava, Hügeln und Klöstern, ist Basketball keine Nebensache, sondern besitzt ein überproportional großes Gewicht.

Wurzeln eines Basketballstandorts

KK Borac Čačak („Borac“ bedeutet zu Deutsch „Kämpfer“) wurde 1945 gegründet – in einer Ära, in der Sportvereine im sozialistischen Jugoslawien Teil eines größeren gesellschaftlichen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg waren. Der Klub war nie ein europäischer Gigant, aber über Jahrzehnte ein Ausbildungszentrum mit enormem Einfluss in der Region. Dabei war Basketball in Čačak bereits lange vor der offiziellen Klubgründung fest verankert.

Der Geist der jugoslawischen Basketballschule, geprägt von Struktur, harter Ausbildung und klaren Prinzipien, ist hier bis heute spürbar. Hier lernte man, dass Disziplin wichtiger ist als Show, dass Guard-Spiel eine Kunstform sein kann und dass Spielintelligenz über Athletik triumphiert.

Schauplatz des Abends

Und genau in einer solchen Umgebung steht nun ein ABA-Spiel an, das nicht die Geschichte verändern wird, wohl aber den Verlauf dieser Saison. Wenn in der 1969 eröffneten und 2009 umfassend renovierten „Hala Borca kraj Morave“ der Tipoff erfolgt, wird schnell spürbar sein, warum Auswärtsspiele in Čačak selten bequem sind. Klein, eng und laut gilt die Halle als Faktor, der den Gastgeber traditionell trägt.

Unter Head Coach Saša Ocokoljić setzt Borac auf eine klar definierte Kernrotation, die überwiegend von einheimischen Spielern getragen wird. In entscheidenden Phasen übernimmt vor allem die serbische Achse Verantwortung, sowohl im Spielaufbau als auch im Frontcourt.

Das Herzstück des Systems

Allen voran Pavle Nikolić, der mit 278 Punkten nicht nur Topscorer des Teams ist, sondern mit einem Team-Bestwert von 312 in der Effizienzstatistik (VAL) auch statistisch herausragt. Der Forward kommt auf 16,4 Punkte und 6,0 Rebounds pro Spiel bei knapp 28 Minuten Einsatzzeit – und fungiert offensiv als klare erste Option.

Unterstützt wird er von Nikola Manojlović, der mit 10,1 Punkten und 5,2 Rebounds im Schnitt zweistellig produziert. Seine Feldquote von 56,3 Prozent zeigt seine Effizienz im Abschluss, während er im Frontcourt Rebounds sichert und physisch dagegenhält.

Komplettiert wird diese Achse durch Routinier Marko Jošilo, der mit über 30 Minuten pro Partie die meiste Spielzeit im Team verzeichnet. Er kommt auf 10,5 Punkte, 4,8 Rebounds und 1,8 Assists im Schnitt und liefert damit in mehreren Kategorien verlässliche Zahlen.

Viennas nächste Bewährungsprobe

Für Borac ist es die Chance, die eigene Tradition in Leistung zu übersetzen. Für BC Vienna die Möglichkeit, auswärts Charakter zu zeigen und mit dem sechsten Saisonsieg weiter Richtung Play-In zu marschieren.

In Čačak wurde über Jahrzehnte Basketballgeschichte geschrieben. Am kommenden Freitag, 6. März (20.00 Uhr/live auf Arena Sport 4), zählt jedoch ausschließlich die Gegenwart: Im ersten Aufeinandertreffen beider Klubs will Vienna in der Premierensaison das nächste Ausrufezeichen setzen.

Bericht: Wiener Basketball Verband
Foto: Basketball Austria / M. FIlippovits

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