Meldung vom 08.04.2026
Viel besser hätten die ersten Monate für Neo-Teamchef Jesper Sundberg nicht laufen können. Der Schwede, der Österreich seit Herbst 2025 betreut und das Damen-Nationalteam mit einer Bilanz von fünf Siegen aus sechs Spielen souverän in die finale Qualifikationsphase für die Europameisterschaft 2027 geführt hat, sieht in der schwierigen Gruppe vor allem eine Chance: „Ich sehe das nicht als schlechte Ausgangslage, sondern als große Chance, gegen starke Teams zu spielen und zu schauen, ob wir unseren Weg weitergehen können.“ Sundberg betont, dass es nun darum gehe, in einer Hammergruppe als Team die nächsten Schritte zu machen und nicht darum, sich von großen Namen einschüchtern zu lassen.
Auch mit Blick auf die Favoritenrolle ordnet der 36-Jährige die Ausgangslage nüchtern ein. Italien sei nach der EM-Bronzemedaille 2025 auf den ersten Blick wohl das stärkste Team, entscheidend sei für Österreich aber etwas anderes: „Wir müssen zwei Teams finden, die wir hinter uns lassen können.“
„Viele haben dieses Team unterschätzt“
Im Podcast spricht der Erfolgscoach auch darüber, warum er den Job in Österreich überhaupt wollte. Seine Sicht auf das Team sei von Beginn an eine andere gewesen als jene vieler Außenstehender: „Meine Sicht war von Anfang an, dass dieses Team unterschätzt wird.“ Österreich sei wegen der Vergangenheit und der jahrelangen Nationalteam-Pause schlechter eingeschätzt worden, als es dem tatsächlichen Potenzial entspreche. Sundberg machte seinen Spielerinnen daher früh klar, dass er an diese Mannschaft glaube: „We can compete“ – wir können mit diesen Nationen mithalten.
Ein wichtiger Faktor für den gelungenen Start unter Sundberg war offenbar auch seine direkte Kommunikation. Im „Korbgeflüster“-Podcast erzählt er, dass er mit allen 33 Spielerinnen auf der Longlist telefoniert habe, ehe das erste Nationalteam-Fenster überhaupt begonnen hatte. Sein Ziel: „Ich wollte nicht am ersten Tag zusammentreffen und wir sind komplette Fremde.“ Gerade bei der knappen Vorbereitungszeit im Nationalteam sei es entscheidend gewesen, Vertrauen und Klarheit schon vor dem ersten gemeinsamen Training aufzubauen.
Dass dieser Zugang bei der Mannschaft angekommen ist, zeigte sich nicht zuletzt sportlich. Nach dem starken ersten Quali-Abschnitt wartet nun mit Gruppe K die nächste Bewährungsprobe. Sundberg macht jedoch klar, dass er und die Österreicherinnen noch lange nicht zufrieden sind: „Ich bin glücklich, hier zu sein und ich glaube, dass wir hier etwas erreichen können.“
Wer mehr über Sundbergs Basketball-Philosophie, seine ersten Monate beim ÖBV und seine Einschätzung zur neuen Quali-Gruppe erfahren möchte, findet das komplette Gespräch im Podcast „Korbgeflüster“.