Meldung vom 16.04.2026
Am Wochenende (18. und 19. April 2026) starten mit den „best-of-5“-Viertelfinalserien die Play-offs in der win2day Basketball Superliga. Die UNGER STEEL Gunners Oberwart (#2) haben den „Three-Peat“ im Visier, Regular-Season-Champion Hefte Helfen Bulls Kapfenberg (#1) geht top-gesetzt auf sein achtes Championat los – aber auch deren beiden Konkurrenten aus der Qualifikationsrunde lechzen nach einer Überraschung.
Im Duell BC Vienna (#3) gegen BK Karbon-X Dukes (#6) hat mit Rasid Mahalbasic und Sylven Landesberg jeweils ein heimischer Top-Star die Chance auf seinen ersten Titel in Österreich. Cupsieger Raiffeisen Flyers Wels (#4) kämpft gegen den UBSC Raiffeisen Graz (#5) – und gegen seinen Viertelfinal-Fluch.
win2day Basketball Superliga Playoffs | QF 1
Hefte Helfen Bulls Kapfenberg (1) - druck.at Traiskirchen Lions (8)
Samstag, 18. April 2026 | 19.00 Uhr (www.basketballaustria.tv kommentiert von Robert Langer)
UNGER STEEL Gunners Oberwart (2) - Raiffeisen Swans Gmunden (7)
Sonntag, 19. April 2026 | 15.00 Uhr (live auf ORF Sport+ und ORF ON)
BC Vienna (3) - BK Karbon-X Dukes (6)
Samstag, 18. April 2026 | 17.30 Uhr (www.basketballaustria.tv)
Raiffeisen Flyers Wels (4) - UBSC Raiffeisen Graz (5)
Samstag, 18. April 2026 | 19.00 Uhr (www.basketballaustria.tv)
Die UNGER STEEL Gunners Oberwart haben heuer die Chance auf den „Three-Peat“, ihre dritte Meisterschaft in Folge. Der Titelverteidiger, der in der Vorsaison eine „Perfect Post-Season“ spielte und seit 13 Play-off-Spielen ohne Niederlage ist, kam mit Ende der Platzierungsrunde immer besser in Fahrt und scheint bereit für einen weiteren Play-off-Run. „Am Ende ist die Weisheit ganz einfach: Du brauchst neun Siege. Aber genau das zeigt auch, wie schwierig es ist – jeder einzelne Sieg muss hart erarbeitet werden. Für uns wird entscheidend sein, dass wir konstant auf unserem Niveau spielen, fokussiert bleiben und in jedem Spiel bereit sind, ans Limit zu gehen“, hält Head Coach Horst Leitner, dessen Team zuletzt – nach mehrfachen Kaderumstrukturierungen – wieder mehr Stabilität zeigte, fest.
Oberwarts Viertelfinalgegner sind die Raiffeisen Swans Gmunden, die sich als ungeschlagener Gewinner der Qualifikationsrunde souverän in die Post-Season gehievt haben. Das angehäufte Selbstvertrauen und das Wissen, dass in den letzten beiden Saisonen der Siebente jeweils den Zweiten eliminiert hatte – Gmunden musste das 2024 just von Oberwart am eigenen Leib erfahren – bringt Spannung, aber auch Rivalität in die Serie. „Wir haben in den letzten Wochen als Team einen guten Rhythmus gefunden und können nun befreit und ohne Druck aufspielen. Offensiv haben wir uns sehr gut entwickelt und wir sind ein Team, das 'small ball' bevorzugt - wir werden versuchen, im schnellen Spiel unsere Vorteile zu suchen. Wir wollen nach dieser durchwachsenen Saison beweisen, dass wir mehr können - und für eine Überraschung sorgen", richtet Gmundens Spielmacher Daniel Friedrich aus.
Für die Gunners spricht zudem deren Viertelfinal-Bilanz gegen die Swans: Fünf Mal standen sich diese beiden Teams in der ersten Play-off-Runde gegenüber – immer setzten sich die Burgenländer durch.
Der Top-Seed hat eine 60-prozentige Titelchance
Im Vorjahr haben sich die Oberwart Gunners nach dem Gewinn des Grunddurchgangs auch die Meisterschaft gesichert. Dieses „Double“ ist, betrachtet man die 38-jährige Play-off-Geschichte der win2day Basketball Superliga, keine Seltenheit: In 38 Jahren Play-off hat 23-mal jenes Team den Titel gewonnen, das nach Platz eins der Regular Season top-gesetzt in die Post-Season einzog. Die Hefte Helfen Bulls Kapfenberg, die heuer ihre 30. Play-offs bestreitet, haben sich bislang fünf Mal zum Regular-Season-Champion gekürt – vier Mal dann auch zum Meister.
Quinton Green, in den letzten drei Spielen jeweils Top-Scorer seiner Mannschaft und mit Graz 2024 schon einmal Finalteilnehmer, spricht im Vorfeld der Play-offs von einem „Re-Set“: „Die Play-offs sind wie eine neue Saison – alle Teams starten bei Null. Jeder hat zu Beginn die gleichen Chancen. Wir müssen bereit sein, Konzentration und Fokus auf unser Spiel zu richten und in jeder Situation aggressiv aufzutreten. Dann bin ich davon überzeugt, dass wir weiterhin erfolgreich sein werden.“
Die Bulls duellieren sich mit den druck.at Traiskirchen Lions. Zum neunten Mal bestreiten die beiden Teams eine Play-off-Serie gegeneinander – immer hat sich das besser gerankte Team durchgesetzt, fünf Mal per „Sweep“. Traiskirchens Head Coach Benedikt Danek weiß aber: „Wir sind nicht chancenlos!“ Sein Team wolle Physis und Intensität hochhalten. „Offensiv werden wir versuchen, die Last zu verteilen, um früh in einen Rhythmus zu kommen. Auch defensiv wird der Schlüssel die Physis sein, wir werden die Transition-Angriffe sowie die 3-Punkte-Linie gut verteidigen müssen und hart am Rebound arbeiten“, so der 39-Jährige, der als Lions-Spieler selbst vier Viertelfinalserien gegen Kapfenberg bestritt.
Landesberg: „Stakes are high!“
Die BK Karbon-X Dukes um Nationalteamspieler Sylven Landesberg, der erst Anfang April nach fast viereinhalbmonatiger Verletzungspause zurückkehrte, prallen im Viertelfinale auf ABA-League-Teilnehmer BC Vienna. „Die Wiener sind natürlich eine sehr gute Mannschaft, mit Stärken – aber auch Schwächen. Wir wissen, wo sie verwundbar sind, dort werden wir ansetzen. Natürlich ist das Duell eine Herausforderung, aber wir haben heuer gezeigt, dass wir uns nicht scheuen und es mit jedem Gegner aufnehmen“, so Landesberg, der vor seinem Play-off-Debüt in Österreich steht.
Auf Wiens Seite steht ein weiterer österreichischer Routinier: Rasid Mahalbasic. Auch er spielt um seinen ersten Titel in der win2day Basketball Superliga. Heimische Play-off-Erfahrung hat jedoch sein Pendant in Niederösterreich voraus: 2007 lief er für die Wörthersee Piraten einmal in der Viertelfinalserie gegen Wels auf. Für die beiden Teams ist es die dritte Play-off-Konfrontation – beide bisherigen Serien gewann Wien.
Alte Rechnungen, neue Chance: Wels gegen Graz
Das am Papier wohl engste Viertelfinalduell ist jenes zwischen vier und fünf – Raiffeisen Flyers Wels gegen UBSC Raiffeisen Graz. Diese Paarung, in gleicher Konstellation, gab es bereits 2024. Damals setzten sich der steirische Underdog durch. Wels und Viertelfinale passten zudem bisher auch nur selten zusammen: Von sieben Teilnahmen haben sie auch nur deren zwei gewonnen. Beides ist sehr wohl in manchen Flyers-Köpfen präsent: „Uns ist bewusst, dass wir damals gegen Graz, aber auch letztes Jahr gegen Eisenstadt die kalte Dusche erwischt haben. Die Gefahr besteht aber heuer genauso: aber nicht, weil wir großartig etwas falsch machen, sondern, weil einfach die gesamte Liga sehr eng beisammen ist. Es ist richtig knapp. Jeder kann jeden schlagen“, bringt das Wels-Mastermind Sebastian Waser die Ausgeglichenheit in der BSL auf das Tableau.
Keinen Vorteil sieht Waser in der größeren Rotation: Während Graz fast ausschließlich mit sechs Spielern agiert, bringen die Oberösterreicher mit elf Akteuren deutlich mehr Tiefe in ein Spiel. „Es ist in einer Viertelfinalserie, die nach einer Woche Pause beginnt, sicher nicht möglich, einen Gegner müde zu spielen. Graz spielt das seit Jahren so – und das macht sie auch so stark. Sie wissen genau, wie und wann sie ihre Kräfte und Fouls einteilen müssen“, so Waser. Für das Weiterkommen werde es mehr brauchen als die bessere Kondition. „Intensität, aggressive Defensive, schnelles Umschaltspiel und Graz in ihrer Wurfauswahl limitieren – damit schaffen wir uns Möglichkeiten, die Serie zu gewinnen.“
Wasers Gegenüber Erwin Dragsic – in dieser Serie treffen einander die beiden längstdienenden Head Coaches der BSL aufeinander – sieht in der kurzen Rotation keinen Nachteil: „Drei Tage Regeneration zwischen den Spielen ist mehr als genug. In dieser Serie gibt es keinen Favoriten. Meine Mannschaft ist gut vorbereitet, topfit und wird über 40 Minuten alles auf das Feld bringen, um wie schon 2024 das Semifinale zu erreichen.“