Meldung vom 21.05.2026
Nicht zufällig stehen sich ausgerechnet diese beiden Teams im Finale gegenüber: Kapfenberg gewann die Platzierungsrunde und geht als Nummer eins in die Serie, Oberwart beendete die Saison auf Rang zwei und kämpft nun um den dritten Meistertitel in Folge. Erstmals seit 2023 stehen damit wieder die beiden Top-Seeds im Finale. Seit Einführung der Play-offs 1987 ist es überhaupt erst das 27. Endspiel dieser Art – in 17 Fällen holte sich der topgesetzte Klub am Ende auch den Titel.
Erfolgsverwöhnte Finalisten
Beide Klubs stehen jeweils zum zwölften Mal in einer Finalserie. Kapfenberg spielt um Meistertitel Nummer acht, Oberwart um den fünften der Vereinsgeschichte.
Historisch haben die Burgenländer im direkten Play-off-Duell klar die Nase vorne: Sechs der bisherigen acht Serien gegen die Bulls gingen an Oberwart. Kapfenberg gewann nur zweimal – darunter allerdings das bislang einzige Finalduell im Jahr 2017 deutlich mit 4:1.
Die bisherigen Serien:
- Halbfinale 1997: Oberwart 2:0
- Viertelfinale 2002: Kapfenberg 3:0
- Halbfinale 2005: Oberwart 3:2
- Viertelfinale 2007: Oberwart 3:2
- Halbfinale 2008: Oberwart 3:1
- Finale 2017: Kapfenberg 4:1
- Viertelfinale 2022: Oberwart 3:1
- Viertelfinale 2025: Oberwart 3:0
Perfekte Play-Offs vs. Threepeat-Anwärter
Kapfenberg geht mit Selbstvertrauen in die Serie. Die Bulls sind in den laufenden Play-offs noch ungeschlagen und marschierten mit zwei Sweeps gegen Traiskirchen und Graz ins Finale. Ein perfekter Play-off-Run gelang zuletzt übrigens Oberwart selbst in der Vorsaison.
Die Gunners mussten heuer bisher deutlich mehr investieren: Nach dem 3:1 gegen Gmunden folgte ein dramatisches 3:2 gegen BC Vienna, das erst nach Verlängerung in Spiel fünf entschieden wurde. Dennoch spricht die jüngere Vergangenheit für die Burgenländer: Oberwart hat die letzten beiden Meisterschaften gewonnen, steht zum dritten Mal in Folge im Finale und ist mittlerweile seit acht Play-off-Serien ungeschlagen.
„Es gibt nichts Schöneres, als im fünften Spiel vor dem eigenen Publikum um einen Punkt nach Verlängerung ins Finale einzuziehen“, sagte Kapitän Sebastian Käferle nach dem 84:83-Krimi gegen Vienna.
Aber auch abgesehen von der längeren Regenerationszeit der Bulls könnte die Ausgangslagen unterschiedlicher kaum sein: Kapfenberg steht nach Jahren des Umbruchs wieder an der Spitze. Unter Coach-of-the-Year Klym Artamonov gewannen die Bulls erstmals seit 2018/19 wieder die Platzierungsrunde und stellen mit Andrew Jones (MVP) und Taye Fields (Defensive Player of the Year) zudem zwei weitere Individualpreisträger.
Oberwart hingegen bringt die Erfahrung eines Meisters mit. Die Burgenländer gewannen zuletzt Play-off-Serien am Fließband und haben den Ausbau der Dynastie vor Augen.
Artamonov bleibt dennoch gelassen: „Wir sind hier, weil wir etwas richtig machen und weil wir es verdient haben. Es ist wichtig, dass wir unsere Emotionen kontrollieren und unsere Identität zeigen.“
Wie gut das gegen die erfahrenen Oberwarter gelingt, wird sich erstmals am Samstag zeigen. Dann beginnt eine Finalserie, in der die beiden Top-Teams der Saison sich für ihre harte Arbeit belohnen können.
Spielplan BSL-Finals 2026 (alle Spiele live auf ORF Sport+):
23.05. – Kapfenberg vs. Oberwart (18:00)
25.05. – Oberwart vs. Kapfenberg (18:00)
30.05. – Kapfenberg vs. Oberwart (18:00)
04.06. – Oberwart vs. Kapfenberg*
06.06. – Kapfenberg vs. Oberwart*
* falls nötig