BYU hat sich mit einem starken Lauf im Big-12-Tournament in Position gebracht, erreichte das Finale und präsentierte sich dabei als eines der formstärksten Teams der letzten Wochen. „Ich denke unsere größte Stärke ist, dass wir meiner Meinung nach den besten Spieler im College-Basketball haben mit AJ (Dybantsa, Anm.)“, sagt Kostic. „Aber außerdem denke ich, dass wir in den letzten Wochen als Team sehr gut zusammengekommen sind und mit sehr viel Energie und Einsatz spielen.“
Gerade diese Entwicklung könnte in der March Madness entscheidend sein. Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen – auch bedingt durch Verletzungen – fand BYU rechtzeitig zur heißen Phase zu neuer Stabilität. Die Mischung aus Topscorer AJ Dybantsa, der von Experten als möglicher Kandidat für die erste Draftposition in der kommenden NBA-Talentauswahl gehandelt wird, und einer funktionierenden Rotation macht die Cougars zu einem unangenehmen Gegner.
Ein Teil dieser Rotation ist inzwischen auch Kostic selbst. Der junge Guard erhielt zuletzt deutlich mehr Spielzeit, rückte zwischenzeitlich sogar in die Starting Five und nutzte seine Chancen. Seine Entwicklung ist kein Zufall: „Ich denke, der Schlüssel zu meinem Erfolg ist, dass ich in jeder Situation bereit geblieben bin für jede Rolle und konstant weitergearbeitet habe.“
Ruhige Hand, wenn es zählt
Besonders als Distanzschütze konnte sich der Österreicher zuletzt mehrfach auszeichnen – genau jene Qualität, die BYU im Saisonendspurt dringend gebraucht hat. Auch im Big-12-Tournament lieferte Kostic wichtige Minuten und traf unter anderem einen entscheidenden Dreier in der Schlussphase gegen Houston.
Vor dem Duell mit Texas rund um Starcenter Matas Vokietaitis bleibt der Fokus zunächst auf dem eigenen Spiel: „Momentan fokussieren wir uns mehr auf uns selbst, bis zum Spiel gehen wir aber sicher noch mehr ins Detail“, erklärt Kostic.
Für den 19-Jährigen ist die Bühne auch nach mittlerweile einer Collegesaison alles andere als selbstverständlich. Die March Madness gilt als eines der größten Sportereignisse der USA – Millionen verfolgen das Turnier, Spiele vor zehntausenden Fans sind die Regel. „Am Anfang war das ein Riesensprung im Vergleich zum österreichischen Basketball“, sagt Kostic. „In solchen Momenten versuche ich einfach loszulassen und auf meine Skills zu vertrauen.“
Ob BYU tatsächlich einen tiefen Run hinlegen kann, wird sich zeigen – das Potenzial dafür ist jedenfalls vorhanden. Und mittendrin: ein Österreicher, der rechtzeitig zur wichtigsten Phase der Saison immer mehr Verantwortung übernimmt.