Sieben Trainingseinheiten in vier Tagen. Morgeneinheiten, die teilweise drei Stunden dauern. Neun Tage am Stück ohne Pause. Und nach einem Spieltag? Geht es mit hartem Training weiter „Ich habe eigentlich ständig Muskelkater, was bei mir normalerweise nicht so der Fall ist“, erzählt Sarah Sagerer lachend über ihren derzeitigen Alltag in Italien.
Die 30-Jährige ist allerdings nicht nach Schio gewechselt. Ihr Aufenthalt beim italienischen EuroLeague-Klub ist zeitlich begrenzt. Weil aktuell zahlreiche Spielerinnen des Teams bei der Weltmeisterschaft im Einsatz sind, trainiert die 1,91 Meter große Österreicherin mit der verbliebenen Mannschaft. Für beide Seiten eine praktische Lösung und für die österreichische Nationalspielerin die perfekte Gelegenheit, sich vor ihrem Wechsel nach Griechenland auf höchstem Niveau auf die Saison vorzubereiten.
„Ich bin auch hier, um für meine Saison in Top-Shape zu kommen. Sie haben richtig gute Spielerinnen, gegen die ich mich messen und von denen ich viel lernen kann“, erzählt sie – in einer seltenen Trainingspause – im Gespräch mit Basketball Austria.
Nächster Top-Klub für Oberösterreichs Aushängeschild
Dass die aus Schörfling am Attersee stammende Flügelspielerin mit hochklassigem internationalem Basketball vertraut ist, zeigt ein Blick auf ihren Lebenslauf. Seit ihrem College-Abschluss in den USA führte ihre Profikarriere durch Spanien, Polen, Italien, Neuseeland, Israel, Frankreich und Lettland. Mit Virtus Bologna stand sie im italienischen Meisterschafts- und Cupfinale, mit TTT Riga gewann sie 2025 die lettische Meisterschaft. Im österreichischen 5-gegen-5- und 3x3-Nationalteam gehört sie seit Jahren zu den Fixpunkten.

Und trotzdem entdeckt sie in Schio Neues: „Ich habe schon in ähnlichen Teams gespielt, die auch ein ähnliches Level haben. Schio ist halt doch noch einmal extrem organisiert“, betont Sagerer. Besonders beeindruckt ist sie davon, wie detailliert Trainingssteuerung und Regeneration geplant werden und wie eng sportlicher Bereich und Management ineinandergreifen.
„Dass sie in den letzten Jahren Top-4 beziehungsweise Top-6 in Europa waren, sieht man. Man merkt einfach, warum sie auf diesem Level sind, weil hinter dem Team extrem viel Struktur und Arbeit vom Management und der Organisation steckt. Wirklich top professionell.“
Dabei saugt Sagerer nicht nur auf dem Court möglichst viel auf. In Gesprächen mit dem Management ging es etwa darum, wie ein Spitzenteam in entscheidenden Saisonphasen geführt wird. „Wie sie in den Finals darauf achten, die Emotionen und die Dynamik im Team zu managen, fand ich sehr interessant. Auch wie sie strategisch mit den Playoffs und Finals umgegangen sind.“
Ein Sommer ohne Verschnaufpause
Dass Sagerer ausgerechnet in ihrer vermeintlichen Sommerpause freiwillig neun Tage ohne freien Tag trainiert, passt zu den vergangenen Monaten. Mitte Juli veranstaltete die Oberösterreicherin bereits zum dritten Mal ihr Basketball Skills Camp für Mädchen in Obertraun. 48 Spielerinnen zwischen elf und 19 Jahren waren diesmal dabei. Gemeinsam mit weiteren aktiven und ehemaligen Nationalteamspielerinnen gab Sagerer dort ihre Erfahrung an die nächste Generation weiter.
Wenige Wochen später befand sie sich bereits wieder im Wettkampfmodus. Anfang August gewann Sagerer mit DKB 3x3 die italienische 3x3-Meisterschaft. Im Finale gegen FDC Playsport erzielte sie beim 14:11 sechs Punkte und sorgte mit vier Körben in Folge in der Schlussphase für die Entscheidung.

Viel Zeit zum Zurücklehnen gönnte sie sich auch danach nicht. Stattdessen ging es nach Schio und von dort schon bald zur nächsten Station ihrer Profikarriere nach Griechenland.
Nächste Station Athen
In der Saison 2026/27 läuft Sagerer für Amyntas BC in Griechenland auf. Für die Österreicherin ist es die nächste europäische Spitzenliga. Der Klub hob bei im Zuge der Verpflichtung vor allem Sagerers Scoringfähigkeiten auf höchstem internationalen Niveau sowie ihre Führungsrolle im österreichischen Nationalteam hervor. In der bisher erfolgreichen EM-Qualifikation gehörte Sagerer bekanntlich mehrfach zu Österreichs besten Scorerinnen.
Bevor es endgültig nach Griechenland geht, wartet allerdings noch ein kurzer Abstecher nach Österreich. Am Mittwoch fliegt Sagerer nach Wien unter anderem, um ihre Katzen abzuholen. Danach beginnt die eigentliche Saison. An mangelnder Vorbereitung dürfte es nach dem EuroLeague-Abstecher jedenfalls nicht scheitern.