Meldung vom 15.02.2026
Nach Abschluss des Grunddurchgangs hat Stefan Grassegger seine Favoriten für die wichtigsten Individual-Awards der win2day Basketball Superliga definiert. Der aktuelle Assistant Coach von Nymburk (CZE) blickt mit Trainersicht auf die Liga – und legt sich in mehreren Kategorien klar fest.
Coach of the Year: Artamonov vor Waser
Für Grassegger liegt in dieser Saison Klym Artamonov vorne. In dessen erster voller Spielzeit als Head Coach der Bulls habe er das Programm wieder zu alter Stärke geführt – zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt der Saison. Angesichts der Erwartungen und der Ausgangslage sei das besonders bemerkenswert.
Zum erweiterten Kandidatenkreis zählt er Sebastian Waser, für den es ein Repeat wäre. Trotz der Abgänge von Radii Caisin und Damion Rosser sei es gelungen, erneut eine äußerst schlagkräftige Mannschaft zu formen.
Auch Horst Leitner sieht er im Rennen, wenn auch mit dem Hinweis, dass dieser nun teilweise die Früchte der gemeinsamen Aufbauarbeit mit Matthew Otten ernte. „Kein sexy Pick, aber definitiv verdient“, so Grassegger.
Als Outsider nennt er Mike Coffin, vor allem wegen seines enormen Arbeitspensums mit ABA-Team, Super-League-Team und punktuellen U19-Einsätzen, unter anderem beim Adidas Next Generation Tournament.
Festlegen würde sich Grassegger dennoch klar auf Artamonov.
MVP: Marcus Azor mit Nasenlänge voraus
Beim MVP ist die Lage für Grassegger eindeutiger. Nach dem ersten Saisonabschnitt führt für ihn kein Weg an Marcus Azor (Flyers Wels) vorbei.
Nach dem Abgang von Nate Pierre-Louis (Oberwart Gunners) und der Verletzung von Sylven Landesberg (Dukes Klosterneuburg) sei der Point Guard klar in der Pole Position. Azor sei der spielbestimmende Akteur der Oberösterreicher und habe seinem Team klar seinen Stempel aufgedrückt.
Cup-MVP, starke Leistungen – zuletzt beim Overtime-Sieg gegen die Dukes – sprechen aus seiner Sicht eine klare Sprache.
Als Herausforderer nennt er Andrew Jones (Kapfenberg) und Tevin Brewer (Graz), doch aktuell liege Azor vorne.
Austrian MVP: Mahalbasic als stabilisierender Faktor
Beim Austrian MVP fällt Grasseggers Urteil differenzierter aus. Mehrere Kandidaten kämpfen mit Verletzungen oder Konstanzproblemen.
Sebastian Käferle (Handverletzung), Benedikt Güttel oder Daniel Friedrich – alles würdige Namen, aber mit Schwankungen.
Sein wahrscheinlichster Pick ist daher Rasid Mahalbasic. Trotz Doppelbelastung stabilisiere er seine Mannschaft konstant. Wenn er das Tempo diktiere, mit seinem Passspiel dominiere und selbst als Scorer kaum zu stoppen sei, mache ihn das zum entscheidenden Faktor.
Auch Daniel Köppel habe sich mit starken Leistungen klar in Richtung Award-Diskussion entwickelt.
Defensive Player of the Year: Patekar als logischer Kandidat
Beim Defensive Player of the Year zeigt sich Grassegger besonders klar: Für ihn gehört der Titel nach dem Bundesheer-Aufenthalt im Vorjahr nun endlich Edi Patekar.
Bereits vergangene Saison habe dieser sein defensives Topniveau angedeutet. Länge, Athletik und Vielseitigkeit machen ihn für Grassegger zu einem zentralen Faktor im Defensivspiel Oberwarts.
Als Outsider bringt er Saiquan Jamison ins Spiel – insbesondere wegen dessen Rebounding. „Offensiv-Rebounds verhindern gegnerische Possessions, das ist im Grunde die effektivste Form von Defense“, argumentiert Grassegger.
Bei allem Respekt gegenüber Christian von Fintel, der vergangene Saison stark performte, sei Patekar für ihn mindestens ebenso verdient und ein würdiger Nachfolger als bester Verteidiger der Liga.