Meldung vom 01.11.2026
„Drei unserer ersten vier Spiele waren wahrscheinlich die schwierigsten Partien der gesamten regulären Saison“, blickt Laput auf die Auswärtsauftritte gegen Kapfenberg, Traiskirchen und Gmunden zurück. Dazu kamen Verletzungen und eine wenig erfolgreiche Vorbereitung. „Ich glaube, wir wussten einfach noch nicht richtig, wie es sich anfühlt, Spiele zu gewinnen. Als es gegen Klosterneuburg und Gmunden in die entscheidenden Phasen ging, fehlten uns das Selbstvertrauen und die Erfahrung.“
Mittlerweile scheint der Knoten geplatzt. Auf das 82:77 gegen Graz folgte ein 97:83-Auswärtserfolg in Kufstein. Laput sieht die schwierigen ersten Wochen rückblickend sogar als mögliche Chance: „Diese Phase hat uns stärker gemacht und uns viel über uns selbst und den Charakter unserer Mannschaft gelehrt.“ Die Spieler würden auch abseits des regulären Trainings viel Zeit miteinander verbringen und einander stärker in die Verantwortung nehmen. „Wenn wir jetzt weiter Siege aneinanderreihen, könnte sich dieser schwierige Saisonstart langfristig als Glücksfall erweisen.“
„Ich will ein möglichst kompletter Spieler sein“
Während die Flyers zunächst auf Erfolgserlebnisse warten mussten, überzeugte Laput bereits mit konstanten Leistungen. Der vielseitige US-Amerikaner führt seine Entwicklung vor allem auf die Erfahrung aus seiner ersten Saison in Österreich zurück: „Mittlerweile verstehe ich, warum viele Spieler in ihrer zweiten Saison in Österreich deutlich besser spielen als in ihrer ersten. Ich wusste vor der Saison genau, was mich in dieser Liga erwartet“, erklärt Laput.
Dabei definiert sich der Guard keineswegs nur über seine Punkteausbeute. „Ich war immer stolz darauf, ein möglichst kompletter Spieler zu sein. Natürlich gehört das Punkten dazu. Aber ich bin auch stolz darauf, in jedem Spiel den besten Spieler des Gegners zu verteidigen.“ Auch als Passgeber habe er sich weiterentwickelt.
Mit seinen bisherigen Leistungen ist Laput zufrieden, sieht aber noch Potenzial: „Mein Saisonstart war gut, aber ich bin überzeugt, dass ich schon in wenigen Monaten noch deutlich besser sein werde. Wenn die Playoffs beginnen, werde ich ein völlig anderer Spieler sein.“
Warum Wels und nicht Kapfenberg?
Interessant ist auch, dass Laput im Sommer offenbar zwischen zwei Angeboten wählen konnte. Neben den Flyers war Titelverteidiger Kapfenberg an einer Verpflichtung interessiert.
„Ich hatte in den vergangenen Playoffs gegen beide Mannschaften gespielt. Dabei hat mir die Spielweise der Welser besonders gut gefallen“, erklärt der US-Amerikaner. Ausschlaggebend seien das schnelle Spiel, die körperbetonte Verteidigung und der vorhandene Kader gewesen.
Er sei überzeugt gewesen, in Kapfenberg gute Leistungen zeigen zu können. „Aber ich hatte das Gefühl, dass ich mich in Wels besonders gut entfalten könnte.“ Vor allem das hohe Tempo und die Ballbewegung kämen seinen Stärken entgegen.
Schwierige Aufgabe gegen athletische Eisenstädter
Am Sonntag wartet mit Eisenstadt ein direkter Konkurrent im Kampf um die Top sechs. Die Dragonz verfügen über einen athletischen Kader und mit Austen Awosika über einen ehemaligen Welser Spielmacher. „Sie sind körperlich sehr gut aufgestellt. Auf den Positionen drei bis fünf verfügen sie über viel Größe, und auch Awosika ist ein guter Point Guard“, weiß Laput um die Qualitäten des Gegners.
Dennoch ist das Selbstvertrauen nach den jüngsten Erfolgen gewachsen: „Wir beginnen zu erkennen, dass wir grundsätzlich jede Mannschaft in dieser Liga schlagen können. Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass wir gegen jeden Gegner verlieren können, wenn wir nicht mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen.“