Meldung vom 24.09.2026
Zwei Cupsiege und eine Finalteilnahme in den vergangenen drei Jahren. Doch heuer schlagen die Raiffeisen Flyers Wels einen etwas anderen Weg ein. Mit einem Legionär weniger und mehr Verantwortung für die österreichischen Spieler startet das Team von Sebastian Waser am Samstag ausgerechnet beim Meister in Kapfenberg in die neue Saison. Dort geht es gleich um den ersten Titel.
Die vergangenen Jahre haben die Ansprüche in Wels wachsen lassen. Zweimal holten die Flyers den Cup, einmal erreichten sie das Finale in dem Pokalbewerb. Dass es 2026/27 automatisch so weitergeht, davon will Head Coach Sebastian Waser vorerst allerdings nichts wissen: „Wir haben heuer einen generellen Umbruch“, sagt der Headcoach.
Die Flyers setzen bewusst auf einen Importspieler weniger und wollen dadurch ihren Österreichern noch mehr Verantwortung übertragen. Augenscheinlich wird das auf einer Schlüsselposition: „Wir spielen das erste Mal mit einem österreichischen Kader auf der Position eins. Das ist schon eine Umstellung.“ Die Zielsetzung fällt entsprechend bodenständig aus. „Ich kann nicht sagen, ob wir heuer wieder dorthin kommen, wo wir in den letzten drei Jahren waren. Es wird jedenfalls sehr schwierig“, sagt Waser. „Das primäre Ziel ist, die Playoffs zu erreichen, wenn möglich über die Top sechs.“
Preseason mit Hindernissen
Bereits der Weg zum Saisonstart verlief nicht reibungslos. Nationalteamspieler fehlten zunächst, Verletzungen kamen hinzu und mit Jaden Gales und Nigel Burris wurden während der Vorbereitung zwei personelle Veränderungen notwendig. Neu dabei sind unter anderem Zach Laput, Massal Diouf sowie der junge Litauer Matas Narvilas. Mit Dragan Bjeletic kam zudem ein in Österreich bestens bekannter Big Man nach Wels. Die Generalprobe gelang: Gegen den deutschen Zweitligisten Nürnberg Falcons feierten die Flyers einen knappen 88:86-Erfolg.
Vor allem aber bleibt die österreichische Achse bestehen. Für Waser ein wichtiger Teil der Welser Identität: „Wir sagen immer, dass wir keine österreichischen Nationalteamspieler holen, sondern versuchen, sie zu entwickeln.“
Mit Elvir Jakupovic und Starlin Inoa Gil haben es bekanntlich in der jüngeren Vergangenheit zwei Welser ins Nationalteam geschafft. „Es gibt nicht viele Teams, die auf diese Karte setzen“, sagt Waser. „Das soll auch ein bisschen unsere Visitenkarte bleiben.“
„Absoluter Underdog“ im Supercup
Wie weit das neu formierte Team bereits ist, zeigt sich am Samstag. Dann wartet zum Auftakt gleich der Supercup gegen Meister Hefte Helfen Bulls Kapfenberg. Noch vor wenigen Jahren wäre ein Duell zwischen Wels und Kapfenberg für Waser eines „mit offenem Visier“ gewesen. Diesmal sieht er die Ausgangslage anders:
„Kapfenberg ist zwei Jahre international im Einsatz und hat dementsprechend als Meister einen Kader aufgestellt, mit dem wir nicht mithalten können“, sagt der Flyers-Coach. „Wir sind dort absoluter Underdog – wie wahrscheinlich in vielen der Topspiele heuer. Aber wir nehmen die Rolle gerne an.“
Während Kapfenberg bereits am Mittwoch mit einem souveränen 94:71-Auswärtssieg bei den Pully Lausanne Foxes erfolgreich in die ENBL gestartet ist, wird der Supercup für Wels zum ersten Pflichtspiel der Saison. Das ändert nichts am Anspruch für Samstag: „Ein Supercup-Spiel ist etwas Besonderes, da man es sich mit einem Titel verdienen muss, dabei sein zu dürfen“, sagt Waser. „Wir werden alles geben und versuchen, mit einem Erfolgserlebnis in die Saison zu starten.“
ORF Sport+ und ORF ON übertragen den Supercup live.