Meldung vom 27.02.2026
Die Ambitionen des Basketball-Nationalteams auf den Aufstieg in die nächste Runde der European Qualifiers für den FIBA World Cup 2027 haben am Freitag einen ersten Dämpfer erlitten. Die personell dezimierte ÖBV-Auswahl von Head Coach Aramis Naglic musste sich den Niederlanden vor 1.950 Fans in der Sport Arena Wien mit 71:81 (34:40) geschlagen geben. Zwar hatten die Österreicher unter den Körben leichte Vorteile auf ihrer Seite, die Gäste hatten aber vor allem Dank einer Trefferquote von 42 Prozent (14/33) von jenseits der Dreierlinie und der längeren Bank die Nase vorne. Top-Scorer bei den Gastgebern war Kapitän Bogic Vujosevic mit 23 Punkten und sechs Assists. Fynn Schott verbuchte mit je 15 Zählern und Rebounds ein Double-Double.
Trotz der dritten Niederlage im dritten Gruppenspiel lebt die Chance auf den Aufstieg weiter. Die "größten Söhne" brauchen am Sonntag (14:30 Uhr, live in ORF Sport+) im Rückspiel in Den Haag einen Sieg, um Rang drei noch erreichen zu können.
Beiden Teams war von Anfang an die Bedeutung des Spiels anzumerken. Nervosität und Intensität dominierten über weite Strecken die erste Halbzeit. Die Niederländer erwischten den besseren Start, verwandelten im ersten Viertel fünf Dreier und zwei Freiwürfe und lagen nach zehn Minuten 17:13 in Front.
Doch die Österreicher, die trotz des kurzfristigen Ausfalls von Big Man Luka Brajkovic unter dem Korb sehr wenig zuließen, kämpften sich sechs Minuten vor der Pause wieder zurück. Fynn Schott, der im vergangenen Window noch verletzungsbedingt fehlte, stellte mit zwei verwandelten Freiwürfen auf 22:22. Die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte dann aber wieder den Gästen, die zum Seitenwechsel 40:34 in Front lagen. Kurios: Die Niederländer verwandelten nur einen ihrer 13 Würfe von innerhalb der Dreierlinie, trafen aber 50 Prozent (9/18) von "Downtown" und knapp 79% (11/14) ihre Freiwürfe.
Die ÖBV-Auswahl blieb in einem "low scoring"-Game vor allem Dank Kapitän Bogic Vujosevic, der vor dem Seitenwechsel 15 Punkte lieferte, auf Tuchfühlung mit den Hauptkonkurrenten um den Aufstieg in die nächste WM-Quali-Runde.
In der zweiten Halbzeit waren es wieder die Holländer, die besser aus der Kabine kamen und einen 10:5-Run hinlegten. ÖBV-Head-Coach Aramis Naglic sah sich beim Stand von 39:50 zu einer ersten Auszeit im dritten Spielabschnitt gezwungen. Diese zeigte Wirkung, es folgte ein 14:5-Run der Österreicher. Vujosevic setzte mit einem Dreier zum Ablauf der Spieluhr im dritten Viertel das Ausrufezeichen und verkürzte auf 53:55.
Damit war alles für ein dramatisches Schlussviertel angerichtet. Allerdings schaffte es Rot-Weiß-Rot neuerlich nicht, den Gästen die Führung streitig zu machen – im Gegenteil. Mit neun schnellen Punkten kühlten die Niederländer die Stimmung in der Halle rasch ab – 63:55. Aber Vujosevic & Co. steckten nicht auf und kämpfen sich noch ein weiteres Mal zurück. Nach einem krachenden Dunk durch Fynn Schott (15 Punkte) rund vier Minuten vor dem Ende betrug der Rückstand nur noch einen Zähler (66:67).
Österreich konnte Ausfälle nicht kompensieren
Aber die Niederländer, die mit zwei kurzen Ausnahmen das ganze Spiel in Führung lagen, ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Die Entscheidung brachte schlussendlich – wie konnte es anders sein – ein Dreier von Lucas Kruithof zum 74:69. Es war der 14. verwandelte Distanzwurf der Gäste an diesem Abend (42%). Wenig später war die 71:81-Niederlage dann endgültig besiegelt.
"Wir wussten, dass es sehr hart werden würde, weil uns wichtige Spieler gefehlt haben", sagte Naglic nach dem Spiel, für das neben Brajkovic auch Routinier Sebastian Käferle und Scorer Sylven Landesberg verletzungsbedingt absagen mussten. "Die Niederlage tut weh, weil wir dennoch eine Chance auf den Sieg hatten. Aber ich bin sicher, dass jeder Spieler, der heute auf dem Feld gestanden ist, alles gegeben hat. Ich bin zufrieden mit unserem Effort", so der Coach.
"Am Ende ist uns die Luft ein wenig ausgegangen. Die Niederländer haben das dann bestraft, sie sind so ein erfahrenes Team", sagte auch Vujosevic. "Wir waren in jedem Aspekt des Spiels so nahe dran. Am Sonntag ist alles möglich", ist der Kapitän zuversichtlich für das Rückspiel. Bereits am Sonntag (14:30 Uhr, live in ORF Sport+) treffen die beiden Teams in Den Haag neuerlich aufeinander. Um noch eine Chance auf den Einzug in die nächste WM-Quali-Runde zu haben, brauchen die Österreicher wohl einen Sieg.
Aktuell führt Polen die Gruppe F mit drei Siegen aus drei Spielen an. Die Niederländer liegen mit zwei Siegen auf Rang zwei, Lettland hält bei einem Erfolg. Österreich ist zur "Halbzeit" nach der dritten Niederlage im dritten Spiel aktuell noch sieglos Gruppenvierter.