Mit Jakob Pöltl, Luka Brajkovic, Marvin Ogunsipe, Daniel Köppel, Renato Poljak und Fynn Schott fehlen dem Nationalteam gleich fünf etatmäßige Big Men beziehungsweise Frontcourt-Spieler. Kapic, der zuletzt für die University of South Carolina in der NCAA Division I auflief, erhält dadurch womöglich die Chance, sich auf höchstem internationalen Niveau zu beweisen.
Dass der Forward erst jetzt sein Debüt im Herren-Nationalteam gibt, lag vor allem an universitären Verpflichtungen in den USA. Während seiner ersten beiden College-Jahre stand Kapic noch regelmäßig für Österreichs U20-Nationalteam auf dem Parkett. Mit dem Wechsel in die NCAA Division I änderten sich jedoch die Rahmenbedingungen: „Ich war davor vier Jahre am College. In den ersten beiden Sommern habe ich immer für die U20-Nationalmannschaft gespielt. Das war einfacher, weil ich damals noch in der Division II war und wir dort kein wirkliches Sommerprogramm hatten. Ich hatte Zeit und wollte unbedingt für Österreich spielen“, erzählt Kapic. „In den vergangenen beiden Jahren, als ich in der Division I – zuerst in San Diego und zuletzt in South Carolina – gespielt habe, waren die Sommer deutlich anspruchsvoller. Ich musste dort von Mitte Juni bis Anfang August sein und hatte deshalb praktisch keine Möglichkeit, beim Nationalteam dabei zu sein.“
Nun ist dieses Kapitel beendet. Dadurch, so der Forward, habe er im Sommer Zeit, für Österreich zu spielen, „und darauf freue ich mich sehr.“
Zielstrebigkeit wird erneut belohnt
Der Weg des 22-Jährigen verlief alles andere als geradlinig. Nach seiner Übersiedlung in die USA war Kapic zunächst an der Highschool nicht spielberechtigt, arbeitete sich anschließend über die NCAA Division II nach oben, wurde dort zum Freshman of the Year und schaffte schließlich den Sprung in die SEC – eine der stärksten Conferences im US-College-Basketball.
Mit derselben Mentalität will er sich nun auch im Nationalteam einbringen. „Von mir kann man immer vollen Einsatz erwarten. Ich werde in jedem Spiel und in jedem Training alles geben. Und wenn es für mich persönlich einmal nicht gut läuft, werde ich versuchen, der beste Teamkollege zu sein, der ich sein kann. Ich möchte das Team in jeder Situation unterstützen und am Ende des Tages gemeinsam Siege holen.“
„Zwei Siege sind möglich“
Im verletzungs- und absagebedingt neu formierten Nationalteam trifft Kapic auf viele bekannte, aber auch neue Gesichter. „Die Atmosphäre ist auf jeden Fall sehr gut. Es sind viele neue Gesichter dabei, aber ich kenne auch einige Spieler aus dem U20-Nationalteam. Andere kenne ich noch von früher, als wir in der U12 oder U14 gegeneinander gespielt haben. Es ist ein lustiger Full-Circle-Moment, jetzt mit Spielern gemeinsam auf dem Feld zu stehen, gegen die man früher gespielt hat.“
Auch mit Teamchef Aramis Naglic verbindet ihn eine gemeinsame Vergangenheit. „Coach Naglic kenne ich ebenfalls schon. Ich habe mit 16 oder 17 ein Jahr bei BC Vienna gespielt, damals war er mein Trainer. Deshalb freue ich mich jetzt sehr auf die Zusammenarbeit mit dieser Mannschaft. Mal schauen, was wir gemeinsam erreichen können.“
Trotz der zahlreichen Ausfälle reist Österreich mit klaren Zielen in das abschließende Qualifikations-Window. Kapic zeigt sich überzeugt, dass die Mannschaft konkurrenzfähig ist: „Es gibt keinen Grund, warum wir in diesem Window nicht zwei Siege holen könnten.“
Entscheidung über Zukunft nach Ländermatches
Wie es für ihn persönlich nach dem Nationalteam weitergeht, ist noch offen. Fest steht lediglich, dass er seine Karriere im Profibereich fortsetzen möchte. „Ich möchte auf jeden Fall weiterspielen – wahrscheinlich in Europa“, sagt Kapic, der sich nach den Länderspielen zu seinen weiteren Plänen äußern möchte.
Übersicht European Qualifiers für FIBA World Cup 2027
Polen – Österreich 90:78
Österreich – Lettland 68:86
Österreich – Niederlande 71:81
Niederlande – Österreich 87:88
Österreich vs. Polen, Freitag, 3. Juli 2026 um 18.00 Uhr (Sport Arena Wien)*
Lettland vs. Österreich, Montag, 6. Juli 2026 18.30 Uhr MESZ (Riga)*
*) beide Spiele werden live auf ORF Sport+ und ORF ON übertragen
>>> ALLE INFOS ZUR WM-QUALIFIKATION