Meldung vom 12.08.2026
Österreichs WU18-Nationalteam hat bei der FIBA U18 Women’s EuroBasket Division B in Tulcea (Rumänien) für das beste Ergebnis eines weiblichen Nachwuchs-Nationalteams in der Geschichte des Österreichischen Basketballverbands gesorgt. Als Gruppensiegerinnen der Vorrunde, mit dem Viertelfinal-Coup gegen Großbritannien und dem Einzug ins Semifinale übertraf die Auswahl von Head Coach Beata Renertova sämtliche Erwartungen. Am Ende fehlte nur ein Sieg auf den historischen Aufstieg in die A-Division. "Das Resultat ist ein starkes Signal an alle kommenden Generationen: Österreich kann auf internationaler Bühne Spitzenergebnisse erreichen. Der Erfolg bestätigt außerdem die positive Entwicklung, die unser Damen- und Mädchenbasketball in den vergangenen Jahren genommen hat", sagt ÖBV-Generalsekretär Aldin Saracevic.
Es war eines dieser sportlichen "Sommermärchen".
Österreichs WU18-Nationalteam hat bei der FIBA U18 Women’s EuroBasket Division B in Tulcea (Rumänien) Geschichte geschrieben und das Turnier auf dem herausragenden vierten Platz beendet. Nach dem Klassenerhalt der männlichen Alterskollegen – wohlgemerkt in der Top-Division – ist das bislang beste Ergebnis eines weiblichen Nachwuchs-Nationalteams ein weiterer Meilenstein für den Österreichischen Basketballverband.
Dabei war vor dem Turnier kaum abzusehen, welch außergewöhnlichen Lauf die ÖBV-Auswahl hinlegen würde. Die Österreicherinnen starteten mit einem souveränen 77:57 gegen Estland, rangen anschließend Luxemburg mit 60:52 nieder und bezwangen mit Litauen beim 54:44 sogar die Gruppenfavoritinnen. Nach drei Siegen aus vier Spielen – lediglich gegen Irland setzte es eine knappe 60:61-Niederlage – stand Rot-Weiß-Rot als Gruppensieger im Viertelfinale.
Dort folgte der nächste große Schritt: Gegen Großbritannien setzte sich die Renertova-Truppe mit 61:49 durch und zog sensationell ins Semifinale ein. Die Österreicherinnen waren damit nur noch einen Sieg vom erstmaligen Aufstieg in die höchste europäische Nachwuchskategorie entfernt. Gegen die Turnierfavoritinnen aus Israel lieferte die ÖBV-Auswahl dann lange einen offenen Schlagabtausch, musste sich letztlich aber mit 63:78 geschlagen geben. Im Spiel um Platz drei gegen Litauen war die Chance auf den Aufstieg damit weiterhin intakt. Nach einem schwierigen Start kämpften sich Top-Scorerin Sophia Kuranovic & Co noch einmal zurück, musste sich den Baltinnen aber mit 64:71 geschlagen geben.
Maximum herausgeholt
Für Head Coach Beata Renertova ist der vierte Platz trotzdem die Bestätigung einer außergewöhnlichen Entwicklung. "Wir haben das absolute Maximum aus diesem Team herausgeholt und sämtliche Erwartungen weit übertroffen. Mit Platz vier dürfen wir alle stolz und zufrieden sein“, sagt die Trainerin. Der Erfolg sei dabei keineswegs zufällig gekommen. Bereits im zweiten Trainingslager in Kroatien habe das Team beschlossen, nicht nur die Teilnahme an der EM der B-Division in den Mittelpunkt zu stellen, sondern am Aufstieg in die A-Division zu arbeiten.
"Für uns war es wichtig, ein hoch angesetztes Ziel zu haben, allerdings auch kein unrealistisches Ziel", erklärt Renertova. Der Schlüssel zum Erfolg lag für das Trainerteam vor allem in der Defensive. Die Österreicherinnen wollten zu den besten Verteidigungsmannschaften des Turniers gehören und die Gegnerinnen möglichst unter 60 Punkten halten – eine Zielvorgabe, die während der EM in vier von sieben Spielen erreicht werden sollte. Zur Arbeit gegen den Ball kamen ein aggressives Mindset, hohes Tempo und das Vertrauen in die individuellen Fähigkeiten der Spielerinnen hinzu.
Teamkultur im Mittelpunkt
Noch wichtiger war Renertova allerdings die Entwicklung einer echten Teamkultur. Workshops, gemeinsame Werte, Einzelgespräche und Aufgaben, die das Vertrauen innerhalb der Mannschaft fördern sollten, waren Teil des Programms. "Es reicht nicht, nur taktische Adjustierungen vorzunehmen. Man muss auch festlegen, wie man als Team auftreten will und welche Werte man pflegt", unterstreicht die erfahrene Trainerin.
Auch individuell machten mehrere Spielerinnen einen großen Schritt: Sophia Kuranovic übernahm als eine der jüngsten Spielerinnen des Teams eine Führungsrolle. Über sieben Spiele kam sie im Schnitt auf 12,7 Punkte, 11,9 Rebounds, 3,1 Assists, 2,1 Steals und 1,9 Blocks. Lara Mayr (12,1 Punkte), die auch schon unter Head Coach Jesper Sundberg im A-Team zum Einsatz kam, entwickelte sich neben ihrer Rolle als Ballverteilerin zu einer gefährlichen Scorerin, während Sophie Kunert (10,6 Punkte; 3,1 Rebounds) nach ihrer verletzungsbedingten EM-Pause im Vorjahr ebenfalls wichtige Akzente setzte. Im Mittelpunkt stand bei den Österreicherinnen aber das Kollektiv. So war es wenig verwunderlich, dass so gut wie jede Rollenspielerin während des tiefen EM-Runs ihre "Momente" hatte.
"Ein Signal für kommende Generationen"
ÖBV-Generalsekretär Aldin Saracevic sieht im vierten Platz weit mehr als einen einmaligen Erfolg: "Diese Mannschaft hat das beste Ergebnis erreicht, das unser weibliches Nachwuchsprogramm in der Geschichte von Basketball Austria je erzielt hat. Das ist ein außergewöhnliches Resultat und gleichzeitig ein starkes Signal an alle kommenden Generationen: Österreich kann auf internationaler Bühne Spitzenergebnisse erreichen. Der Erfolg bestätigt außerdem die positive Entwicklung, die unser Damen- und Mädchenbasketball in den vergangenen Jahren genommen hat. Seit der Wiederaufnahme des Damen-Nationalteamprogramms im Jahr 2021 sind viele wichtige Schritte nach vorne gelungen – dieser vierte Platz zeigt, dass diese Entwicklung auch im Nachwuchs ankommt."
Auch Tanja Kuzmanovic, Head of 5x5, streicht die Bedeutung des Ergebnisses hervor: „Der vierte Platz unserer WU18 ist ein großartiger Erfolg und bestätigt den Aufwärtstrend, den wir aktuell im österreichischen Damen- und Mädchenbasketball sehen. Unser Damen-Nationalteam hat im vergangenen Jahr mit einer historisch erfolgreichen EM-Qualifikationsphase vorgelegt und jetzt wird diese positive Entwicklung zunehmend auch im Nachwuchs sichtbar. Das Trainerteam hat hervorragende Arbeit geleistet und gemeinsam mit den Spielerinnen das Maximum aus diesem Team herausgeholt.“
Dass am Ende ausgerechnet ein Sieg zum Aufstieg fehlte, macht das Ergebnis nicht kleiner – im Gegenteil. Österreich hat sich unter die besten vier Teams der Division B gespielt und dabei Gegnerinnen bezwungen, die auf dem Papier deutlich höher einzuschätzen waren. Der vierte Platz ist damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein Meilenstein für den österreichischen Damenbasketball.
Für Renertova soll die EM vor allem eines hinterlassen: Selbstvertrauen. „Wir haben deutlich gezeigt, was möglich ist, wenn man sich ein Ziel setzt, daran glaubt und täglich daran arbeitet.“